Der Preisverfall an den Rohstoffbörsen ICE und NYMEX setzt sich heute fort. Nach dem Schock durch Donald Trumps gestrige Zollankündigung und der jüngsten Entscheidung der OPEC+, die Fördermengen im Mai deutlich zu erhöhen, fiel der Londoner Ölpreis auf 70 Dollar. Der Markt versucht, die kurz- und langfristigen Auswirkungen zu verstehen.
Unerwartete OPEC+ Entscheidung
Die heutige Nachricht, dass die OPEC+ das Tempo der Produktionsanhebungen erhöht, überraschte die Marktteilnehmer.
Es ist klar, dass die Ölpreise in nächster Zeit volatil bleiben werden. Während die OPEC+ auf die Umsetzung der Kompensationskürzungen wartet, hoffen die Marktteilnehmer auf Verhandlungserfolge in der Zollpolitik, um Handelskriege zu vermeiden. Wichtige Handelspartner der USA, wie China und die EU, haben Gegenmaßnahmen gegen die Zölle angekündigt oder zumindest nicht ausgeschlossen.
Zusätzliche Informationen zur OPEC+ Entscheidung
Inmitten des Preisrutsches, den Donald Trump mit seinen umfassenden Strafzöllen ausgelöst hat, setzt die OPEC+ heute noch einen drauf. Nach einer Telefonkonferenz ließ das Bündnis verlauten, nächsten Monat mit 411.000 Barrel pro Tag deutlich mehr Fördermengen zurück auf den Markt zu bringen, als angenommen.
Offenbar hatten an der gestern durchgesickerten Telefonkonferenz nicht alle 23 Mitglieder teilgenommen, sondern nur die acht Länder, die sich auch an den freiwilligen Förderkürzungen von 2,2 Millionen Barrel pro Tag beteiligen. Sie einigten sich darauf, im Mai die Fördermenge dreimal so stark anzuheben wie ursprünglich geplant und haben damit die Geschwindigkeit, mit der die monatlichen Anhebungen durchgeführt werden sollen, deutlich gesteigert.
"In Anbetracht der nach wie vor soliden Marktgrundlagen [...] werden die acht Teilnehmerländer im Mai 2025 eine Produktionsanpassung von 411.000 Barrel pro Tag vornehmen, was drei Monatsschritten entspricht", heißt es in einem Statement der OPEC und weiter: "Dies umfasst die ursprünglich für Mai vorgesehene Erhöhung sowie zwei weitere monatliche Erhöhungen. Die schrittweisen Erhöhungen können je nach Marktbedingungen unterbrochen oder rückgängig gemacht werden."
Nach mehreren Verzögerungen hatte die OPEC+ erst diesen Monat mit einer ersten Tranche von 138.000 Barrel pro Tag begonnen, die freiwilligen Kürzungen abzubauen. Aus Delegiertenkreisen hieß es, die Beschleunigung der Förderanhebung im Mai solle Druck auf die Mitglieder ausüben, die ihre Quoten überschritten haben. Die OPEC selbst schrieb, die Maßnahme solle den teilnehmenden Ländern die Möglichkeit bieten, ihre Kompensationen zu beschleunigen.
Für den Ölmarkt kam die Entscheidung der OPEC+ ziemlich überraschend. Zwar hatten mehrere Delegierte aus dem Umfeld der OPEC zuletzt bestätigt, dass auch im Mai eine Förderanhebung kommen werde, doch eigentlich hatte man erneut mit einer ähnlich kleinen Tranche wie im April gerechnet. Die Angst vor einem Angebotsüberschuss steigt damit wieder, zumal durch Trumps Strafzölle auch die Nachfrageerwartung ins Taumeln geraten ist. Die Preise an ICE und NYMEX fallen damit weiter.
Haben die gesunkenen Ölpreise eine Auswirkung auf den Heizölpreis?
Der aktuell kurzfristige Preissturz bei den Ölpreisen ist u.a. auf die verhängten Importzölle der USA und vor allem durch die Ankündigung einer deutlichen Produktionssteigerung im Mai durch die OPEC+ zurückzuführen. Eine Steigerung der Rohölmengen im Markt führt zu einem größeren Angebot und wenn die Nachfrage nicht steigt zu möglichen Preissenkungen. Geopolitische Aktivitäten und Handlungen rund um das Ölangebot wirken sich auf die Ölpreise und somit auch den Heizölpreis aus. Eine Preisveränderung könnte auf erfolgreiche Verhandlungen in Bezug auf die Straf- und Importzölle folgen.
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