Heizöl-News: Weniger Lieferungen sorgen für höhere Ölpreise

Nora Feldkamp am 23.04.2026

Was kostet Heizöl heute?

Der Heizölpreis liegt aktuell am 23.04.26 bei 142,84 € / 100 L für eine 3.000 Liter Standard-Lieferung im bundesweiten Durchschnitt (Angaben ohne Gewähr).

Der 1 L-Heizölpreis liegt aktuell am 23.04.26 bei 1,4284 € im bundesweiten Durchschnitt (Angaben ohne Gewähr). 

Bitte beachten Sie, dass die Preise für Heizöl stark schwanken können und dies nur ein Durchschnittswert ist. Es ist immer ratsam, die aktuellen Preise zu überprüfen.
 

Wichtige Zahlen auf einen Blick

 

  • Brent: 103,32 US-Dollar
  • ICE-Gasoil: 1204,00 US-Dollar
  • WTI: 94,59 US-Dollar
  • 1 Euro: 1,1703 US-Dollar

 

Einflussfaktoren auf die Ölpreise

 

Preisstabilisierende bzw. preistreibende Signale (bullish)

▲ US-Militär stoppt iranische Öltanker vor Asien

▲ Revolutionsgarde hält zwei Schiffe in der Meerenge fest

▲ US-Ölbestandsdaten

▲ Kasachisches Öl fließt zeitweise nicht über die Druschba-Leitung

▲ Teheran sagt Gespräche ab

▲ Schiffsverkehr in der Straße von Hormus erneut gestoppt

▲ Iran kündigt Störungen im Schiffsverkehr im Roten Meer an

▲ Ausnahme von Strafmaßnahmen für iranisches Öl läuft aus

▲ Monatsberichte von OPEC, EIA und IEA

 

Entlastende bzw. preisdämpfende Faktoren Signale (bearish)

▼ Waffenruhe zwischen USA und Iran wird weiter fortgesetzt

▼ 10-tägige Waffenruhe im Libanon

▼ OPEC+ beschließt Förderungserhöhung um 206.000 Barrel pro Tag für Mai

 

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Weniger Lieferungen sorgen für höhere Ölpreise

Zur Wochenmitte sind die Ölpreise wieder gestiegen. Das gilt auch, obwohl die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran von amerikanischer Seite verlängert wurde. Der Preis für Rohöl kletterte im Handel erneut über 100 Dollar je Fass. Grund dafür ist, dass sich die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen und die wichtige Seeroute am Persischen Golf kaum genutzt werden kann. Dadurch kommt weniger Öl auf den Markt.

Marktbeobachter sehen kaum Fortschritte bei Gesprächen zwischen den beiden Seiten. Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung schwindet. Stattdessen rücken die Probleme bei der Versorgung stärker in den Vordergrund. Zwar reagieren die Preise oft auf einzelne Meldungen, doch mit der Zeit verlieren diese an Wirkung, wenn sich an der Lage nichts ändert.

Auch eine Äußerung des iranischen Präsidenten sorgt für keine Entspannung. Zwar betonte er, dass sein Land Gespräche und ein Abkommen begrüße. Gleichzeitig warf er der Gegenseite jedoch Wortbruch, Blockaden und Drohungen vor. Das zeigt, wie festgefahren die Situation weiterhin ist.

Solange über die blockierte Seeroute kaum Öl transportiert wird, rechnen weitere Experten mit steigenden Preisen. Erst wenn eine Seite nachgibt, könnte sich die Lage spürbar ändern.

Während Lieferungen aus dem Nahen Osten knapp bleiben, erreichen die Ausfuhren von Öl aus den USA fast neue Höchststände. Zwar gab es zuletzt einen kleinen Rückgang, insgesamt lagen die Mengen in den vergangenen Wochen aber auf sehr hohem Niveau. Auch bei anderen Ölprodukten wurden mehr Mengen ins Ausland geliefert.

Am heutigen Donnerstag richten sich die Blicke weiter auf die Entwicklungen im Nahen Osten. Zudem stehen neue Wirtschaftsberichte aus Europa und den USA an, die Hinweise auf die Nachfrage geben können. Die aktuellen Ölnotierungen liegen nahe an den jüngsten Höchstständen. Für Verbraucher deutet sich daher im Vergleich zu gestern eher ein Aufschlag bei den Preisen im Inland an.

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Schon gewusst? - Wir erklären die wichtigsten Heizöl-Begriffe

Das American Petroleum Institute (API) ist der größte Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA. Gegründet im Jahr 1919, vertritt das API heute rund 600 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Öl- und Gasindustrie.

Brent ist eine der wichtigsten Rohölsorten weltweit und dient als Referenzpreis für den globalen Ölmarkt.

Das U.S. Department of Energy (DOE) ist ein Ministerium der US-Bundesregierung, das für die nationale Energiepolitik und Energieproduktion verantwortlich ist.

Die Energy Information Administration (EIA), wurde im Jahr 1977 gegründet und ist Teil des US-Energieministeriums. Sie sammelt und analysiert Energieinformationen, und veröffentlicht regelmäßige Berichte und Reports. Die EIA bietet umfassende Daten und Berichte zu Energieproduktion, -beständen, -nachfrage, -importen, -exporten und Preisen.

Der Einkaufsmanagerindex (EMI), auch bekannt als Purchasing Managers’ Index (PMI), ist ein wichtiger Wirtschaftsindikator, der die wirtschaftliche Gesundheit des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors misst. Der EMI basiert auf monatlichen Umfragen unter Einkaufsmanagern großer Unternehmen. Diese Manager bewerten verschiedene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit, wie Auftragseingänge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestände.

Die Federal Reserve (Fed) ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten. Sie legt die Leitzinsen fest und steuert die zirkulierende Geldmenge.

ICE und NYMEX sind zwei bedeutende Börsen, die sich auf den Handel mit Rohstoffen und Finanzderivaten spezialisiert haben (siehe auch "Ölfutures").

Die Internationale Energieagentur (IEA) ist eine autonome Organisation, die 1974 als Reaktion auf die Ölkrise gegründet wurde. Sie besteht aus 31 Mitgliedsländern, darunter viele OECD-Staaten, und hat ihren Sitz in Paris. Die IEA überwacht die globalen Energiemärkte und veröffentlich regelmäßig Berichte und Analysen.

Die wichtigsten sind:

World Energy Outlook: Ein jährlicher Bericht, der umfassende Analysen und Prognosen zur globalen Energieversorgung und -nachfrage bietet

Key Energy Statistics: Ein jährlicher Bericht mit wichtigen Energiekennzahlen und -trends

Ölfutures sind Terminkontrakte, bei denen sich Käufer und Verkäufer verpflichten, eine bestimmte Menge Rohöl zu einem festgelegten Preis und zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Diese Kontrakte werden an Futures-Börsen gehandelt und bieten sowohl Produzenten als auch Verbrauchern eine Möglichkeit, sich gegen Preisschwankungen abzusichern.

Es gibt zwei Hauptarten von Ölfutures: Brent und WTI (West Texas Intermediate).

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist eine internationale Erdöl-Organisation, die 1960 gegründet wurde und ihren Sitz in Wien hat. Sie besteht aus 13 Mitgliedsländern, darunter große Erdölproduzenten wie Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und Venezuela.

Die Hauptziele der OPEC sind die Koordinierung und Vereinheitlichung der Erdölpolitik ihrer Mitgliedsländer sowie die Sicherstellung stabiler Erdölpreise auf den internationalen Märkten.

Die OPEC legt Förderquoten für ihre Mitgliedsländer fest, um das Angebot an Erdöl zu regulieren und somit die Preise zu beeinflussen. Durch diese Maßnahmen versucht die OPEC, die Interessen der Erdölproduzenten zu schützen und eine stabile Versorgung der Konsumenten zu gewährleisten.

Die OPEC hat einen erheblichen Einfluss auf den globalen Ölmarkt, da ihre Mitgliedsländer etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion und rund 75 % der bekannten Erdölreserven kontrollieren.

OPEC+ ist eine erweiterte Gruppe der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die zusätzlich zehn weitere ölfördernde Länder, wie z.B. Russland, Mexiko und Kasachstan umfasst. Diese Gruppe wurde 2016 gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen OPEC-Mitgliedern und Nicht-OPEC-Ländern zu stärken und die Stabilität auf dem globalen Ölmarkt zu fördern.

Der PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures Price Index) ist ein wichtiger Wirtschaftsindikator in den USA, der die Preisentwicklung von Konsumgütern und Dienstleistungen misst, die von US-Haushalten gekauft werden. Er zeigt die Veränderung der Preise für einen festen Warenkorb von Konsumgütern und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

West Texas Intermediate (WTI) ist eine der wichtigsten Rohölsorten weltweit und dient als Benchmark für den US-amerikanischen Ölmarkt.

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