Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen

Lesen Sie, welche Faktoren die Ölpreise im Jahr 2026 beeinflusst haben und was Sie erwartet.

Heizöl-Rückblick Juli 2026: Irankrieg eskaliert erneut – Ölpreise schießen nach oben

Die USA und Iran haben sich im Juli erneut gegenseitig angegriffen und damit die Hoffnung auf einen baldigen Frieden in Nahost gedämpft. Die Ölpreise reagierten dementsprechend und legten nach vorherigen Abschwüngen deutlich zu.

 

Im Juli zeigte sich einmal mehr, wie unberechenbar die Kriegsparteien im Konflikt zwischen Iran und den USA sind. Sah es noch zum Monatsanfang so aus, als würde man sich in Teheran und Washington fieberhaft um eine Lösung bemühen, starteten beide Seiten zur Monatsmitte erneute Angriffe aufeinander.

 

Iran beschoss US-Stützpunkte in angrenzenden Ländern, die USA griffen iranische Ziele an. Der Markt hatte zuvor seinen Blick wieder auf das allgemeine Angebot-Nachfrage-Verhältnis gerichtet und zunehmend mit einem kommenden Überangebot kalkuliert. Diese Rechnung wurde binnen kürzester Zeit korrigiert: Im Monatsvergleich haben sowohl der Heizölpreis als auch die wichtigsten Rohölnotierungen für Brent und WTI jeweils um die 20 Prozent zugelegt.

 

Gibt es einen Ausweg aus dem Iran-Konflikt?

 

Eigentlich standen alle Zeichen auf Annäherung: Die USA und Iran führten nicht nur (indirekte) Friedensgespräche, sondern unterstrichen mit einem Memorandum of Understandingihren Willen, den Krieg im Nahen Osten bald zu beenden. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahm langsam wieder Fahrt auf, die Ölpreise reagierten mit Entspannungen. Analysten gingen sogar so weit, eine baldige Rückkehr zum allgemeinen Überangebot zu prophezeien.

 

Von dieser Stimmung ist inzwischen kaum noch etwas übrig. Schon kurz nach Monatsbeginn meldeten beide Seiten im Irankrieg erneute Angriffe, Schiffe in der Straße von Hormus gerieten abermals ins Visier. Auch wenn die Meerenge dieses Mal nicht vollständig geschlossen zu sein scheint, gelangen derzeit nur rund 3,9 Millionen Barrel Öl täglich hindurch.

 

Woran sich die erneuten Eskalationen genau entzünden, ist angesichts der undurchsichtigen Kommunikation der Kriegsparteien schwer zu ermitteln. Fakt ist lediglich, dass es auch um die Hoheit über die Straße von Hormus geht. Die Regierung Trump sprach zwischenzeitlich von einer 20%-igen „Servicegebühr“ für sicheres Geleit durch die Meerenge, während Iran wohl künftig eine Art Maut im Sinn hat. Trumps Idee ist wieder vom Tisch, Irans Anspruch scheinbar nicht.

 

So oder so wird der Irankrieg langfristig Folgen für die globale Wirtschaft haben. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass die Straße von Hormus künftig wieder unentgeltlich passierbar ist. Denn Iran hat seine Macht in dieser Hinsicht offenbar endgültig erkannt.

 

Das zeigt sich auch daran, dass Ausweichrouten wie die Meerenge Bab al-Mandab auf der anderen Seite der Arabischen Halbinsel nun ebenfalls unter militärischem Einfluss stehen. Hier sind es die von Teheran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen, die immer wieder Angriffe auf Schiffe durchführen.

 

Obendrein werden immer mehr infrastrukturelle Ziele in Mitleidenschaft gezogen, was die Ölproduktion im Nahen Osten zunehmend ins Stocken bringt. US-Verbündete wie Saudi-Arabien appellieren deshalb Meldungen zufolge immer vehementer an Trump, er solle die Auseinandersetzung beenden. Dieser scheint jedoch keinen Plan zu haben – und nannte die Verhandlungen in einem Interview sogar „langweilig“.

 

Immerhin scheint es aber immer noch Verhandlungen zu geben, was zumindest die Chancen steigert, dass sich die Parteien mittelfristig einigen. Die Frage ist nur, wer die Zeche für diese Einigung zahlt. Aktuell sieht es so aus, als würde die gesamte Wirtschaft die Rechnung übernehmen müssen. Das könnte die Nachfrage nach Öl langfristig senken – und damit das drohende Überangebot noch verschärfen.

 

Die andere Seite der Medaille: Überangebot und Preiskampf

 

Wie immer spiegeln die derzeitig hohen Ölpreise eher eine Stimmung als die Realität wider. Denn auch wenn es im Nahen Osten hakt, steht dem Markt genug Öl zur Verfügung – und es dürfte bald noch mehr werden.

 

Zum einen hat die OPEC+-Gruppe weitere Förderanhebungen für August angekündigt, zum anderen hat der saudische Ölkonzern Saudi Aramco jüngst seine Preise für asiatische Kunden gesenkt. Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Produzenten ein höheres Angebot erwarten und sich mit Rabatten Marktanteile sichern wollen.

 

Es ist auch ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft Chinas weiterhin stockt und der zweitgrößte Öl-Nachfrager der Welt weniger verbraucht. Ähnliche Probleme plagen auch die USA als größter Ölverbraucher der Welt. Der Irankrieg hat die heimische Wirtschaft empfindlich getroffen, die Inflation drückt aufs Wachstum. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass etwa die US-amerikanische Energiebehörde im kommenden Jahr von einem Überangebot von rund 5 Millionen Barrel täglich ausgeht.

 

Solche Prognosen können aktuell jedoch nur wenig auf die Ölpreise einwirken, da neben dem Irankrieg auch der russische Energiesektor wieder im Mittelpunkt steht. Putin hat jüngst ein Exportverbot für russischen Diesel verhängt und damit indirekt zugegeben, dass die ukrainischen Angriffe auf russische Ölinfrastruktur Wirkung zeigen. Trotz aller Sanktionen ist russische Energie auf dem Weltmarkt ein bedeutender Faktor – und beeinflusst die Preisbildung enorm. Werden etwa russische Verladeanlagen am Schwarzen Meer von ukrainischen Drohnen getroffen, entfalten solche Meldungen einen stärkeren Preiseffekt als alle Nachfrageprognosen zusammen.

 

Weitere News in Kürze

 

  • Fed lässt US-Leitzins erneut unangetastet
  • Weitere Anhebung der OPEC-Produktion für September erwartet

 

Was auf dem Ölmarkt im August 2026 wichtig bleibt

 

Juni und Juli haben gelehrt, dass die Stimmung an den Märkten binnen Stunden umschlagen kann – sowohl zum Vor- als auch zum Nachteil von Verbrauchern. Auch wenn erst einmal davon auszugehen ist, dass die USA und Iran weiter an einer Beendigung des Konflikts interessiert sind, sollte man sich darauf nicht verlassen – schließlich haben die vergangenen Monate gezeigt, wie unberechenbar dieser Konflikt tatsächlich ist.

 

Die Wahrscheinlichkeiten für niedrigere Ölpreise sind im August daher ähnlich hoch wie für steigende Notierungen. Zusätzlich sollten inländische Verbraucher einkalkulieren, dass der heiße Sommer für zunehmend niedrige Pegelstände in den Flüssen sorgt und damit den kontinentalen Transport von Öl erschwert. Dies kann den Heizölpreis unabhängig von den Entwicklungen an den Börsen beeinflussen.

 

Darum ist es jetzt besonders wichtig, dass Sie immer bestens informiert sind. Unsere täglichen Heizöl-News klären über die aktuellen Entwicklungen an den Märkten und auf der Welt auf, unsere

Heizölpreis-Seite hilft Ihnen, den richtigen Zeitpunkt für das Auffüllen Ihres Heizöltanks zu bestimmen.

 

Stand: 05.08.2026