Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen
Heizöl-Rückblick Mai 2026: Ölpreise sinken trotz anhaltenden Irankriegs
Im Vergleich zum Vormonat sanken die Ölpreise im Mai um bis zu 20 Prozent – trotz weiterhin gesperrter Straße von Hormus und anhaltender Versorgungskrise. Dahinter standen weniger die Hoffnungen auf eine Einigung zwischen den USA und Iran als schlicht Ermüdungserscheinungen am Markt.
Die wichtigsten Entwicklungen für den Ölpreis im Mai 2026
- Straße von Hormus bleibt blockiert, globale Ölversorgung weiter beeinträchtigt
- OPEC+ beschließt weitere Förderanhebung für Juni
Im mittlerweile dritten Monat des Kriegs zwischen den USA und Iran blieb im Grunde alles wie gehabt: Die Straße von Hormus ließ weiter kaum Schiffe durch, beide Kriegsparteien versuchten, auch diplomatisch die Oberhand zu behalten, und die globale Ölversorgung stand weiter vor massiven Problemen.
Anders als in den beiden Vormonaten zeigten die Ölpreise im Monatsvergleich jedoch deutlich nach unten: Die amerikanische Rohölsorte WTI gab um rund 16 Prozent nach, Brent und der Heizölpreis sanken jeweils um fast 20 Prozent.
Dahinter stand vor allem die Müdigkeit des Marktes: Die Unbeweglichkeit der Krise veranlasste Händler zu Gewinnmitnahmen und Zurückhaltung bei Investitionen. Was rein nach den Zahlen eine gute Nachricht für Verbraucher ist, kann aber nicht über die anhaltenden Effekte der Patt-Situation im Golf hinwegtäuschen.
USA und Iran lassen Muskeln spielen
Im April hatten sich die USA und Iran auf eine Waffenruhe geeinigt, im Mai testeten beide Seiten die Grenzen dieser Vereinbarung: Iran griff wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus sowie Öl-Infrastruktur der Vereinigten Arabischen Emirate an, die USA bombardierten militärische Stellungen Irans. Mit „Project Freedom“ wollte Trump den Schiffsverkehr durch die umkämpfte Meerenge wieder zum Laufen bringen. Doch er musste seine Idee, Frachter durch US-Kampfschiffe begleiten zu lassen, wegen mangelnder Umsetzbarkeit und Effektivität wieder begraben.
Immerhin bemühten sich beide Seiten, am Verhandlungstisch voranzukommen. Doch auch diese Mühen erwiesen sich als zäh. Von Iran gestellte Bedingungen wurden von Washington größtenteils abgelehnt, Trumps Bedingungen erhielten wiederum in Teheran kaum Gehör.
Größte Streitpunkte sind die Kontrolle über die Straße von Hormus sowie die Aufhebung von Sanktionen und die Freigabe iranischer Vermögenswerte. Das Atomprogramm Irans steht ebenfalls zur Debatte, auch wenn sich außer der Regierung Trump kaum jemand um diesen Faktor Gedanken zu machen scheint.
Obwohl die Welt weiter jede Meldung aus der Region aufmerksam verfolgt, zeigten die Märkte im Mai eine Art Fatigue-Syndrom: Die Unbeweglichkeit des Konflikts sowie typische Gewöhnungseffekte der Händler führten zu klaren Abschwüngen.
Die zweistelligen Preisnachlässe machten dabei vor allem deutlich, wie der Ölmarkt eigentlich funktioniert: Auch wenn die aktuelle Versorgungslage mit Öl enger ist als vor dem Krieg, waren die enormen Anstiege bei Kriegsausbruch vor allem eine spekulative Panikreaktion, der inzwischen die Luft ausgeht.
Auch spielen kleine positive Signale in die Preisentwicklung hinein: Der Durchfahrtsverkehr durch die Straße von Hormus konnte im Laufe des Monats von nahezu null auf rund 30 Schiffe pro Tag gesteigert werden. Das ist zwar weit von den sonst üblichen 140 Schiffen entfernt, aber von großer Bedeutung für die Ölnotierungen. Wer da mit welchem Öl für welchen Adressaten durch die Meerenge fährt, ist für die Notierungen erst einmal egal.
Es ist jedoch realistisch, dass es sich vor allem um iranisches Öl für China handelt, wo Trump im Mai auf Xi Jinping traf. Hatten sich Beobachter zuvor von diesem Treffen noch Möglichkeiten für eine Lösung des Irankriegs erhofft, blieb es letzten Endes konsequenzlos.
Angesichts der ohnehin chaotischen Lage ist es kaum möglich, die weitere Entwicklung des Kriegs in der kommenden Zeit vorherzusagen. Fakt ist lediglich, dass die US-Regierung trotz Trumps Siegesgewissheit zunehmend mit dem Rücken zur Wand steht. Und das ist im Jahr der Midterm-Wahlen ein Problem für die Republikaner.
Die Verbraucherpreise in den USA sind (nicht nur) wegen des Irankriegs auf ein Dreijahreshoch geklettert. In dieser Hinsicht verstehen US-Wähler keinen Spaß, zumal Trump mit dem Versprechen angetreten war, die Preise aktiv und nachhaltig zu senken. Mit jedem Tag, den der Konflikt anhält, nehmen die Ölreserven weiter ab und die Preise an den Tankstellen steigen.
OPEC+ hebt Ölförderung für Juni an
Nach dem Austritt der VAE aus der OPEC im April verabschiedeten die verbliebenen OPEC+-Mitglieder im Mai eine weitere Förderanhebung um 188.000 Barrel pro Tag für Juni. Dieses Entspannungssignal für die Ölnotierungen zeigt auf den zweiten Blick auch die aktuellen Probleme des Ölkartells:
Auch wenn Länder wie Saudi-Arabien die Förderhähne nach Belieben auf- und zudrehen können, können sie ihre Rohstoffe nicht mehr so einfach zum Kunden bringen. Trotz Pipelines und Ausweichrouten sind die wichtigsten Player der OPEC genauso vom Schiffsverkehr in der Straße von Hormus abhängig wie der Rest der Welt.
Mehr Öl aus den Hähnen heißt also nicht mehr Öl auf dem Markt. Diese Zwickmühle ist der OPEC+ bewusst. In ihrem Statement zum Förderbeschluss machte sie deutlich, dass sie die Lage kurzfristig bewerten wird. Damit offenbart sich einmal mehr, dass in der derzeitigen Situation nur eine wirkliche Auflösung des Konflikts für Fortschritte sorgen kann.
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Was auf dem Ölmarkt im Juni 2026 wichtig bleibt
Wie schon in den Vormonaten wird die Entwicklung in Iran auch im Juni das alles bestimmende Thema sein. Sollte sich die Lage nicht akut verändern, ist davon auszugehen, dass die Ölpreise eher auf ihrem derzeitigen Niveau verharren werden. Genauso, wie das Andauern des Kriegs irgendwann eingepreist war, ist der derzeitige „Ermüdungseffekt“ inzwischen ebenfalls ausgereizt.
Die Preisabschwünge haben aber eine gute Gelegenheit geschaffen, den Heizöltank außerhalb der Heizsaison kostengünstiger aufzufüllen. Grundlage für Ihre Entscheidung zum besten Kaufzeitpunkt sind unsere täglichen Heizölnews, in denen wir Sie über die aktuellen Entwicklungen informieren. Über unsere Heizölpreisseite können Sie den optimalen Zeitpunkt noch genauer bestimmen.
Stand: 03.06.2026