Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen

Lesen Sie, welche Faktoren die Ölpreise im Jahr 2026 beeinflusst haben und was Sie erwartet.

Heizöl-Rückblick September 2026: Eskalationen im Nahen Osten – Ölpreise schnellen hoch

Nach kurzfristigen Entspannungen schossen die Ölnotierungen im September zwischenzeitlich wieder deutlich über 100 Dollar. Neue Eskalationen im Nahen Osten schürten die Versorgungsangst. War sie berechtigt?

 

Die wichtigsten Entwicklungen für den Ölpreis im September 2026

 

  • Iran und USA zwischen Eskalation und Entspannungssignalen
  • Saudi-Arabiens Ölindustrie zunehmend in Bedrängnis

 

 

Im August zeigten sich die Ölpreise erst sichtbar entspannter, bevor sie am Monatsende wieder deutlich anstiegen. Im September lief es andersherum: Nach deutlichen Preissprüngen, bei denen die Nordseesorte Brent die 100-Dollar-Marke knackte, ging es gen Monatsende wieder abwärts.

 

Beide Kursverläufe hatten dieselbe Ursache: Der Krieg zwischen Iran und den USA pendelte praktisch täglich zwischen neuen Eskalationen und eher diffusen Entspannungssignalen, der Markt kam mit seinen Reaktionen kaum hinterher.

 

Während sich in der Straße von Hormus eine Pattsituation etabliert hat, richteten sich die Augen im September auf die andere Seite der Arabischen Halbinsel: Saudi-Arabiens Ölindustrie wird zunehmend von jemenitischen Huthi-Rebellen bedrängt, Ausweichrouten und Pipelines für saudisches Öl stehen unter Beschuss.

 

Damit stiegen im September erneut die Sorgen um die globale Ölversorgung und vor allem um den Preis und die Verfügbarkeit von Kraftstoffen. Diese wurden (nicht nur) in den USA zum Politikum und trugen ihren Teil zur allgemeinen Marktlage bei.

 

Brent stieg im Monatsvergleich um etwa 7 Prozent, während die amerikanische Rohölsorte WTI kaum 1 Prozent über dem Vormonat notierte. Heizöl verteuerte sich um über 10 Prozent, wobei hier auch die historisch niedrigen Flussstände in Europa eine große Rolle spielten.

 

 

Ölversorgung aus dem Nahen Osten wird in die Zange genommen

 

Rund um die Straße von Hormus gab es im September erneute Eskalationen, die für Marktbeobachter schon fast Alltag geworden sind: Die USA und Iran griffen Kriegs- und Tankerschiffe an, Iran attackierte einen US-amerikanischen Stützpunkt in Jordanien, die Straße von Hormus blieb weiter faktisch gesperrt, ließ aber trotzdem Schiffe durch.

 

Deutlich schwerer wogen die Ereignisse auf der anderen Seite der Wasserstraße: Die Meerenge Bab al-Mandab wird zunehmend durch jemenitische Huthi-Rebellen attackiert und fällt damit mehr und mehr als Ausweichroute für Öl aus Saudi-Arabien aus. Zudem standen saudische Raffinerien, Verladepunkte und die Ost-West-Pipeline unter Beschuss.

 

Saudi-Arabien als größter Produzent der OPEC konnte dem Konflikt um Hormus bislang vergleichsweise gut aus dem Weg gehen – eben weil sie die Halbinsel dominieren und anderweitigen Zugang zum Meer haben. Mit dem Erstarken der von Iran unterstützten Huthis wird diese Dominanz empfindlich eingeschränkt.

 

Zur Monatsmitte mussten die Saudis daher den niedrigsten Stand der Ölproduktion seit 1990 vermelden und trugen damit erheblich zu den Preissteigerungen bei. Allerdings demonstrierten sie auch eindrucksvoll, dass sie auf alles vorbereitet zu sein scheinen. Innerhalb weniger Tage wurden Überbrückungsmaßnahmen etabliert und die Verladung am Roten Meer wurde wieder aufgenommen.

 

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es im Hauptkonflikt weiterhin keine Einigung gibt. Vorsichtige Signale zur Gesprächsbereitschaft im Rahmen der UN-Generalversammlung wurden zwar dankbar registriert. Allerdings reicht das nicht. Solange weder die USA noch Iran von ihren Forderungen abrücken oder sich zumindest geradlinig aufeinander zubewegen, dürfte vorerst alles bleiben, wie es ist.

 

Russland, China, Diesel – schwierige Impulse für den Markt

 

China hat laut Meldungen im Vormonat mehr Öl importiert und damit ein zweideutiges Signal in den Markt geschickt: Einerseits sind höhere Importe ein positives wirtschaftliches Zeichen – vor allem, weil das importierte Rohöl als Diesel zurück auf den angespannten Treibstoffmarkt gelangt.

 

Auf der anderen Seite führt eine höhere Nachfrage vom zweitgrößten Verbraucher der Welt in Zeiten schwieriger Lieferbedingungen zu höheren Ölpreisen. Zwar war im August überraschend mehr Öl verfügbar, aber die Importzahlen wurden im September veröffentlicht und deshalb im Spiegel der dann herrschenden Lage bewertet.

 

Diese wird auch von Russlands Energiesektor bestimmt. Die Ukraine hat erneut heftige Angriffe auf russische Öl- und Gasproduktionsstätten durchgeführt und dabei unter anderem die Saratow-Raffinerie getroffen. Russische Energie spielt eine entscheidende Rolle für die Preisbildung – und für Putins Kriegskasse. Der Kreml reagierte weiterhin mit strikten Exportverboten für Kraftstoffe, um die zunehmende Kraftstoffknappheit im eigenen Land einzudämmen.

 

Davon scheint sich auch Donald Trump inspiriert haben zu lassen. Am Rande eines Golfturniers dachte er laut über ein amerikanisches Diesel-Exportverbot nach und brachte damit prompt sowohl die Weltwirtschaft als auch seine eigenen Berater und Wähler gegen sich auf.

 

Die USA ächzen unter hohen Kraftstoffpreisen, die laut Analysten zum alles bestimmenden Thema in den kommenden Midterm-Wahlen werden dürften. Ein Exportverbot würde jedoch kaum Erleichterung bringen, da Trump einmal mehr die globale Vernetzung der Weltwirtschaft außer Acht gelassen hat.

 

Weitere News in Kürze

 

  • USA verhängen neue Sanktionen gegen Russland
  • Treffen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi ohne Ergebnisse
  • Produktionsausfälle nach Protesten in Libyen

 

 

Was auf dem Ölmarkt im Oktober 2026 wichtig bleibt

 

Es dürfte niemanden überraschen, dass der Irankrieg auch im Oktober das alles bestimmende Thema sein wird. Genauso wenig sollte man davon ausgehen, dass es hier zu einer schnellen Einigung kommen wird. Preisbewegungen in alle Richtungen sind wahrscheinlich.

 

Da Prognosen momentan unmöglich sind, sollten Sie sich punktgenau und tagesaktuell informieren, bevor Sie sich zum Heizölkauf entscheiden. Nutzen Sie dafür unsere täglichen Heizölnews und unsere Heizölpreisseite.

 

Stand: 07.10.2026