Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen

Lesen Sie, welche Faktoren die Ölpreise im Jahr 2026 beeinflusst haben und was Sie erwartet.

Heizöl-Rückblick August 2026: Irankrieg zwischen Ruhe und Eskalation – Ölpreise schließen auf höherem Niveau

Eigentlich hätte der August mit einem Nullsummenspiel für die Ölnotierungen geendet. Denn im Irankrieg gab es weder nennenswerte diplomatische Fortschritte noch wirklich bedrohliche Entwicklungen, die die Frage nach der globalen Ölversorgung erneut in den Mittelpunkt gerückt hätten.

Am letzten Augusttag war es mit dieser Ruhe jedoch vorbei. Nachdem die USA am Wochenende iranische Ziele angegriffen hatten, antwortete Iran mit Angriffen auf amerikanische Stellungen in der Region. Der Ölpreis schoss daraufhin um rund drei Prozent nach oben. Auch der Heizölpreis notierte um einen Prozent höher als im Monat zuvor.

Auch wenn bei Redaktionsschluss längst wieder beide Seiten um Beschwichtigung bemüht waren, erinnerten der Zwischenfall und die Reaktionen darauf auch die langmütigsten Marktteilnehmer daran, wie prekär die Lage im Nahen Osten tatsächlich ist.

 

Irankrieg: Patt-Situation oder offener Konflikt?

Im Irankrieg hat sich mittlerweile ein klares Muster etabliert: Man bedroht sich gegenseitig, man beteuert Verhandlungswillen, man kommt nicht voran. Dieser Rhythmus ist inzwischen so etabliert, dass die Märkte kaum noch reagieren und sich stattdessen zum Beispiel an Meldungen halten, dass rund zwei Drittel der Ölexporte aus dem Nahen Osten ihr Ziel erreichen würden – trotz schwer passierbarer Straße von Hormus.

Es liegt vermutlich an dieser Lethargie, dass die Preisanstiege infolge des iranischen Bombardements US-amerikanischer Stellungen in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten so heftig ausfielen. Marktteilnehmer schreckten buchstäblich aus ihrer Gleichmut und wurden mit aller Macht daran erinnert, dass im Irankrieg nichts sicher ist außer der Unsicherheit.

Weder die USA noch Iran wollen sich in die Karten gucken lassen. Darum kann auch niemand sagen, wie realistisch die Hoffnung auf Frieden tatsächlich ist. Fakt ist nur, dass dieser Frieden teuer zu erkaufen sein wird – zum Beispiel in der Form von Maut für die Passage der Straße von Hormus. Auch wenn Trump laut davon träumt, die Meerenge unter amerikanische Kontrolle bringen zu wollen, ist es schon geografisch um Längen wahrscheinlicher, dass Iran die Hoheit übernehmen wird. Die Ironie dieses Konfliktes ist, dass Trump Iran durch sein Handeln überhaupt erst auf diese Idee gebracht hat – und damit die Weltwirtschaft langfristig umkrempeln könnte.

Allerdings ist diese längst auf der Suche nach Alternativen zu Hormus: Irak und die Türkei haben ein abgelaufenes Pipeline-Abkommen erneuert. China, Russland und Südkorea testen, ob die Nordostpassage durch die Arktis eine tragfähige Alternative für den Schiffsverkehr nach Europa ist. Leider sind jedoch auch die Alternativen nicht frei von Problemen. Jemenitische Huthi-Rebellen blockieren weiterhin Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab, die vor allem von Saudi-Arabien genutzt wird.

 

OPEC ohne Venezuela?

Auch die Organization of the Petroleum Exporting Countries macht seit einiger Zeit immer wieder ähnliche Schlagzeilen: Nach dem jüngsten Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate im Mai 2026 überlegt nun wohl auch Venezuela, das Ölkartell zu verlassen.

Grund dafür seien die innenpolitischen Turbulenzen, die sich seit der Entführung Maduros durch US-Einsatzkräfte im Januar 2026 entwickelt hätten. Laut Meldungen soll der US-amerikanische Einfluss auf die venezolanische Ölindustrie wachsen – und dieser Einfluss ist in der Ära Trump unvereinbar mit einer Mitgliedschaft in der OPEC. Venezuela ist Gründungsmitglied der Gemeinschaft, hatte aber zuletzt aufgrund der Misswirtschaft des Maduro-Regimes und internationaler Sanktionen kaum noch eine Rolle gespielt.

Auch wenn Venezuelas Rolle daher nicht überschätzt werden sollte, ist ein weiterer Austritt derzeit kein gutes Signal für die OPEC. Denn er zementiert vor allem den Eindruck, dass das Ölkartell kaum noch Marktmacht besitzt und andere Player zunehmend an Einfluss gewinnen.

Dazu gehören nicht nur die USA, sondern vor allem auch China als größtes Abnehmerland der Welt. So sind Analysten jüngst zu dem Ergebnis gekommen, dass die ungewöhnlich niedrigen Importe Chinas auf der Höhe des Irankonflikts einen Zusammenbruch der globalen Ölversorgung verhindert haben. Denn wenn China weniger Öl nachfragt, können die Lieferungen, die es durch die Straße von Hormus schaffen, besser auf sämtliche (kleineren) Nachfrager verteilt werden.

Noch ist in der Causa Venezuela nicht das letzte Wort gesprochen, auch darf nicht unter den Tisch fallen, dass die derzeitigen Förderanhebungen der OPEC ihren Teil zu halbwegs stabilen Ölpreisen beitragen. Aber mittelfristig bleibt abzuwarten, wie sich die Karten auf dem Ölmarkt neu mischen und wer am Ende die Trümpfe in der Hand hält.

 

Russischer Energiesektor unter Beschuss

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine galt bislang vor allem als politische Bedrohung, wandelt sich aber inzwischen zu einem immer größeren Einflussfaktor auf die Ölpreise. Seit Wochen greift die Ukraine russische Tanker, Raffinerien und Versorgungseinrichtungen an und ist mit dieser Taktik sehr erfolgreich. Laut Meldungen befindet sich die russische Raffinerieproduktion auf dem niedrigsten Stand seit 24 Jahren, in Russland gelten bereits seit Juli strenge Exportbeschränkungen für Benzin und Diesel.

Energie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Russlands und damit kriegsentscheidend. Das weiß auch die Ukraine. Ob die Angriffe auf Russlands Energiesektor langfristig Erfolg haben und die Wende im Konflikt bringen können, lässt sich nicht vorhersagen. Allerdings lässt jede kaputte Pipeline oder ausgefallene Raffinerie die Ölpreise steigen. Denn auch wenn russische Energie von allen Seiten mit internationalen Sanktionen belegt ist, gibt es immer noch genug zahlungswillige Abnehmer.

 

Was auf dem Ölmarkt im September 2026 wichtig bleibt

Die jüngsten Entwicklungen im Irankrieg dürften den Markt vorerst aus seiner Lethargie gerissen haben. Deshalb könnte es im September wieder zu deutlicheren Preisausschlägen kommen. In welche Richtung sie gehen und was das für den Heizölpreis bedeutet, lässt sich nicht voraussagen.

Wir halten uns lieber an die Fakten und analysieren die wichtigsten Entwicklungen für den Ölmarkt in unseren täglichen Heizölnews. Damit können Sie den optimalen Zeitpunkt zum Auffüllen Ihres Heizöltanks selbst bestimmen – am besten mithilfe unserer Heizölpreisseite.

 

Stand: 03.09.2026