Heizöl News: Unsicherheit bleibt, doch der Markt zeigt erste Ruhezeichen

Anna Müller am 01.04.2026

Was kostet Heizöl heute?

Der Heizölpreis liegt aktuell am 01.04.26 bei 153,78  € / 100 L für eine 3.000 Liter Standard-Lieferung im bundesweiten Durchschnitt (Angaben ohne Gewähr).

Der 1 L-Heizölpreis liegt aktuell am 01.04.26 bei 1,5378 € im bundesweiten Durchschnitt (Angaben ohne Gewähr). 

Bitte beachten Sie, dass die Preise für Heizöl stark schwanken können und dies nur ein Durchschnittswert ist. Es ist immer ratsam, die aktuellen Preise zu überprüfen.
 

Wichtige Zahlen auf einen Blick

 

  • Brent: 99,00 US-Dollar
  • ICE-Gasoil: 1300,00 US-Dollar
  • WTI: 98,36 US-Dollar
  • 1 Euro: 1,1587 US-Dollar

 

Einflussfaktoren auf die Ölpreise

 

Preisstüzende Signale (bullish)

▲ Trump will Iran-Krieg zur Not auch ohne Freigabe der Straße von Hormus beenden

▲ Iran greift kuwaitischen Öltanker vor Dubai an

▲ Trump deutet Bodenoffensive zur Einnahme iranischer Öl-Assets an

▲ Der Krieg mit dem Iran führt zu einem Rückgang der weltweiten Ölproduktion um mindestens 10 %

▲ Die Straße von Hormus ist faktisch nicht mehr passierbar

 

Preisdämpfende Signale (bearish)

▼ Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen sich für eine internationale Taskforce zur Öffnung der Straße von Hormus ein

▼ Die VAE erhöhen ihre Ölexporte über Pipelines zur Umgehung der Straße von Hormus

▼ Die USA lockern Sanktionen gegen russisches und iranisches Öl zeitweise

 

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Hoffnung auf Entspannung drückt etwas auf die Ölpreise

Zum Monatsende ist der Preis für Nordseeöl mit Lieferung im Mai gestern noch einmal nahe an 120 Dollar gestiegen. Öl mit Lieferung im Juni lag dagegen niedriger als zu Wochenbeginn. Grund dafür ist die wachsende Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs. Diese Hoffnungen wurden durch neue Aussagen und Nachrichten von US‑Präsident Trump ausgelöst.

Nach Angaben aus dem Iran hat Präsident Raisi in einem Telefonat mit dem EU‑Ratspräsidenten erklärt, sein Land sei bereit, den Konflikt zu beenden. Voraussetzung dafür seien jedoch feste Zusagen, dass es nicht erneut zu Angriffen kommt.

Trump stellte zugleich in Aussicht, dass sich die USA in den nächsten zwei bis drei Wochen aus dem Iran zurückziehen könnten. Unklar bleibt jedoch, wie es danach mit dem Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitergeht. Diese Meerenge ist für den weltweiten Öltransport sehr wichtig. Entsprechend gespannt warten die Märkte auf eine Rede Trumps, die für heute Nacht angekündigt ist.

Derzeit sieht es so aus, als müssten andere Länder für die Sicherheit in der Meerenge sorgen. Trump schrieb, Staaten, die wegen der Blockade kein Flugbenzin erhalten, sollten dieses entweder in den USA kaufen oder selbst die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen. In einem Zeitungsinterview sagte er zudem, der Seeweg werde sich nach dem Abzug der USA „von selbst“ wieder öffnen. Ob dabei auch neue Gebühren eine Rolle spielen könnten, bleibt offen.

Solange die Straße von Hormus nicht vollständig frei ist, reagieren die Märkte empfindlich. Bei sinkenden Preisen wird aktuell eher wieder gekauft als verkauft.

Vor dem verlängerten Osterwochenende rückt außerdem das nächste Treffen mehrerer wichtiger Förderländer in den Fokus. Diese Länder hatten ihre Förderung seit Anfang 2024 stärker gesenkt als eigentlich geplant. Am Sonntag wollen sie über das weitere Vorgehen im Mai beraten. Die Lage in der Straße von Hormus erschwert dies jedoch, da einige dieser Länder ihr Öl derzeit nur eingeschränkt ausführen können und deshalb weniger fördern.

Heute Nachmittag veröffentlicht das US‑Energieministerium neue Zahlen zu den Ölvorräten. Sollten sich die zuletzt gemeldeten deutlich höheren Lagerbestände bestätigen, könnte es kurzzeitig zu fallenden Preisen kommen. Vor der Rede von Präsident Trump halten sich viele Marktteilnehmer jedoch zurück. Die Ölpreise bewegen sich aktuell nur leicht über dem gestrigen Tief. Für Heizölkunden deutet sich rechnerisch im Vergleich zu gestern weiterhin etwas Spielraum für sinkende Preise an.

 

 

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Schon gewusst? - Wir erklären die wichtigsten Heizöl-Begriffe

Das American Petroleum Institute (API) ist der größte Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA. Gegründet im Jahr 1919, vertritt das API heute rund 600 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Öl- und Gasindustrie.

Brent ist eine der wichtigsten Rohölsorten weltweit und dient als Referenzpreis für den globalen Ölmarkt.

Das U.S. Department of Energy (DOE) ist ein Ministerium der US-Bundesregierung, das für die nationale Energiepolitik und Energieproduktion verantwortlich ist.

Die Energy Information Administration (EIA), wurde im Jahr 1977 gegründet und ist Teil des US-Energieministeriums. Sie sammelt und analysiert Energieinformationen, und veröffentlicht regelmäßige Berichte und Reports. Die EIA bietet umfassende Daten und Berichte zu Energieproduktion, -beständen, -nachfrage, -importen, -exporten und Preisen.

Der Einkaufsmanagerindex (EMI), auch bekannt als Purchasing Managers’ Index (PMI), ist ein wichtiger Wirtschaftsindikator, der die wirtschaftliche Gesundheit des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors misst. Der EMI basiert auf monatlichen Umfragen unter Einkaufsmanagern großer Unternehmen. Diese Manager bewerten verschiedene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit, wie Auftragseingänge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestände.

Die Federal Reserve (Fed) ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten. Sie legt die Leitzinsen fest und steuert die zirkulierende Geldmenge.

ICE und NYMEX sind zwei bedeutende Börsen, die sich auf den Handel mit Rohstoffen und Finanzderivaten spezialisiert haben (siehe auch "Ölfutures").

Die Internationale Energieagentur (IEA) ist eine autonome Organisation, die 1974 als Reaktion auf die Ölkrise gegründet wurde. Sie besteht aus 31 Mitgliedsländern, darunter viele OECD-Staaten, und hat ihren Sitz in Paris. Die IEA überwacht die globalen Energiemärkte und veröffentlich regelmäßig Berichte und Analysen.

Die wichtigsten sind:

World Energy Outlook: Ein jährlicher Bericht, der umfassende Analysen und Prognosen zur globalen Energieversorgung und -nachfrage bietet

Key Energy Statistics: Ein jährlicher Bericht mit wichtigen Energiekennzahlen und -trends

Ölfutures sind Terminkontrakte, bei denen sich Käufer und Verkäufer verpflichten, eine bestimmte Menge Rohöl zu einem festgelegten Preis und zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Diese Kontrakte werden an Futures-Börsen gehandelt und bieten sowohl Produzenten als auch Verbrauchern eine Möglichkeit, sich gegen Preisschwankungen abzusichern.

Es gibt zwei Hauptarten von Ölfutures: Brent und WTI (West Texas Intermediate).

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist eine internationale Erdöl-Organisation, die 1960 gegründet wurde und ihren Sitz in Wien hat. Sie besteht aus 13 Mitgliedsländern, darunter große Erdölproduzenten wie Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und Venezuela.

Die Hauptziele der OPEC sind die Koordinierung und Vereinheitlichung der Erdölpolitik ihrer Mitgliedsländer sowie die Sicherstellung stabiler Erdölpreise auf den internationalen Märkten.

Die OPEC legt Förderquoten für ihre Mitgliedsländer fest, um das Angebot an Erdöl zu regulieren und somit die Preise zu beeinflussen. Durch diese Maßnahmen versucht die OPEC, die Interessen der Erdölproduzenten zu schützen und eine stabile Versorgung der Konsumenten zu gewährleisten.

Die OPEC hat einen erheblichen Einfluss auf den globalen Ölmarkt, da ihre Mitgliedsländer etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion und rund 75 % der bekannten Erdölreserven kontrollieren.

OPEC+ ist eine erweiterte Gruppe der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die zusätzlich zehn weitere ölfördernde Länder, wie z.B. Russland, Mexiko und Kasachstan umfasst. Diese Gruppe wurde 2016 gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen OPEC-Mitgliedern und Nicht-OPEC-Ländern zu stärken und die Stabilität auf dem globalen Ölmarkt zu fördern.

Der PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures Price Index) ist ein wichtiger Wirtschaftsindikator in den USA, der die Preisentwicklung von Konsumgütern und Dienstleistungen misst, die von US-Haushalten gekauft werden. Er zeigt die Veränderung der Preise für einen festen Warenkorb von Konsumgütern und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

West Texas Intermediate (WTI) ist eine der wichtigsten Rohölsorten weltweit und dient als Benchmark für den US-amerikanischen Ölmarkt.

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