Heizöl-News: Angriffe im Iran treiben Ölpreise auf neue Hochs

Sophie Schneider am 02.03.2026

Was kostet Heizöl heute?

Der Heizölpreis liegt aktuell am 02.03.26 bei 127,12  € / 100 L für eine 3.000 Liter Standard-Lieferung im bundesweiten Durchschnitt (Angaben ohne Gewähr).

Der 1 L-Heizölpreis liegt aktuell am 02.03.26 bei 1,2712 € im bundesweiten Durchschnitt (Angaben ohne Gewähr). 

Bitte beachten Sie, dass die Preise für Heizöl stark schwanken können und dies nur ein Durchschnittswert ist. Es ist immer ratsam, die aktuellen Preise zu überprüfen.
 

Wichtige Zahlen auf einen Blick

 

  • Brent: 78,72 US-Dollar
  • ICE-Gasoil: 884,00 US-Dollar
  • WTI: 72,02 US-Dollar
  • 1 Euro: 1,1736 US-Dollar

 

Einflussfaktoren auf die Ölpreise

 

Preisstüzende Signale (bullish)

▲ Israel und USA greifen den Iran an

▲ Durchfahrt durch Straße von Hormus gestoppt

 

Neutral

= OPEC+ beschließt Förderanhebung um 206.000 B/T ab April

 

Preisdämpfende Signale (bearish)

 

▼ Neue US‑Zölle in Höhe von 10 % treten in Kraft

▼ Saudische Rohölexporte nach China sollen im März zulegen

▼ Für das Jahr 2026 wird eine Überversorgung am Ölmarkt erwartet

 

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Steigende Ölpreise durch zunehmende Unruhe im Nahen Osten

Die Ölpreise sind zum Wochenstart deutlich gestiegen. Zu Handelsbeginn erreichte Brent den höchsten Stand seit über einem Jahr, WTI sogar seit anderthalb Jahren. Grund dafür ist die wachsende Unsicherheit nach Angriffen von Israel und den USA auf den Iran. Viele Marktteilnehmer rechnen deshalb mit starken Preisschwankungen, weil wichtige Lieferwege gestört sind.

Der Iran liefert etwa drei Prozent des weltweiten Öls, hat aber wegen seiner Lage an der Straße von Hormus eine viel größere Bedeutung. Dort kamen am Wochenende die Tanker fast vollständig zum Stillstand, nachdem der Iran mehrere Schiffe angegriffen hatte. Da ein Großteil der Ölausfuhren aus dem Persischen Golf diese Passage nutzt, führt jede Störung direkt zu Versorgungsängsten.

Die Lage verschärfte sich weiter, als Israel neue Luftangriffe startete und der Iran mit Raketen reagierte. Die Tötung des iranischen Oberhaupts Ali Khamenei hatte die Region zuvor zusätzlich belastet. 

Analysten halten Brent-Preise zwischen 80 und 90 Dollar in dieser Woche für möglich. Als Grundlage sehen sie entweder einen Wechsel an der Spitze im Iran oder deutliche Änderungen innerhalb des Landes, die den Krieg rasch beenden könnten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die USA ihre Angriffe stoppen, wenn sie ihre Ziele erreicht haben.

Entscheidend für die weitere Preisentwicklung ist die Dauer des Konflikts. Je länger die Behinderungen andauern, desto stärker dürften die Folgen für den Ölmarkt ausfallen. Laut US-Präsident Donald Trump könnten die Angriffe vier bis fünf Wochen anhalten. Er stellte aber auch in Aussicht, Sanktionen zu lockern, falls eine neue Führung im Iran kooperationsbereit wäre.

Die Straße von Hormus bleibt der zentrale Punkt. Bleibt die Durchfahrt gefährlich, etwa durch weitere Angriffe oder mögliche Seeminen, könnten die Preise sogar wieder auf 100 Dollar steigen. Sollte der Tankerverkehr jedoch schnell wieder anlaufen oder es Anzeichen für Entspannung geben, könnten die Preise wieder nachgeben.

Parallel dazu haben die OPEC+-Länder eine leichte Ausweitung der Förderung ab April beschlossen. Allerdings fördern viele Länder bereits am Limit, nur Saudi-Arabien hat größere Reserven. Doch auch diese könnten kaum helfen, wenn wichtige Schifffahrtswege blockiert bleiben.

Die IEA beobachtet die Lage genau und steht mit großen Produzenten in Kontakt. Sie könnte im Notfall den Einsatz strategischer Reserven abstimmen. Auch wenn der Markt von einer Freigabe profitieren würde, reichen die weltweiten Vorräte nach Einschätzung von Experten für mehrere Wochen.

Insgesamt bleibt die Stimmung am Ölmarkt angespannt. Solange die Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht wieder sicher ist, gehen viele Beobachter von weiter steigenden Preisen aus. Das zeigt sich auch in Deutschland: Der RPI Regio-Preis-Index hat heute Morgen deutlich nach oben korrigiert.

 

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Schon gewusst? - Wir erklären die wichtigsten Heizöl-Begriffe

Das American Petroleum Institute (API) ist der größte Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA. Gegründet im Jahr 1919, vertritt das API heute rund 600 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Öl- und Gasindustrie.

Brent ist eine der wichtigsten Rohölsorten weltweit und dient als Referenzpreis für den globalen Ölmarkt.

Das U.S. Department of Energy (DOE) ist ein Ministerium der US-Bundesregierung, das für die nationale Energiepolitik und Energieproduktion verantwortlich ist.

Die Energy Information Administration (EIA), wurde im Jahr 1977 gegründet und ist Teil des US-Energieministeriums. Sie sammelt und analysiert Energieinformationen, und veröffentlicht regelmäßige Berichte und Reports. Die EIA bietet umfassende Daten und Berichte zu Energieproduktion, -beständen, -nachfrage, -importen, -exporten und Preisen.

Der Einkaufsmanagerindex (EMI), auch bekannt als Purchasing Managers’ Index (PMI), ist ein wichtiger Wirtschaftsindikator, der die wirtschaftliche Gesundheit des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors misst. Der EMI basiert auf monatlichen Umfragen unter Einkaufsmanagern großer Unternehmen. Diese Manager bewerten verschiedene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit, wie Auftragseingänge, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestände.

Die Federal Reserve (Fed) ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten. Sie legt die Leitzinsen fest und steuert die zirkulierende Geldmenge.

ICE und NYMEX sind zwei bedeutende Börsen, die sich auf den Handel mit Rohstoffen und Finanzderivaten spezialisiert haben (siehe auch "Ölfutures").

Die Internationale Energieagentur (IEA) ist eine autonome Organisation, die 1974 als Reaktion auf die Ölkrise gegründet wurde. Sie besteht aus 31 Mitgliedsländern, darunter viele OECD-Staaten, und hat ihren Sitz in Paris. Die IEA überwacht die globalen Energiemärkte und veröffentlich regelmäßig Berichte und Analysen.

Die wichtigsten sind:

World Energy Outlook: Ein jährlicher Bericht, der umfassende Analysen und Prognosen zur globalen Energieversorgung und -nachfrage bietet

Key Energy Statistics: Ein jährlicher Bericht mit wichtigen Energiekennzahlen und -trends

Ölfutures sind Terminkontrakte, bei denen sich Käufer und Verkäufer verpflichten, eine bestimmte Menge Rohöl zu einem festgelegten Preis und zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Diese Kontrakte werden an Futures-Börsen gehandelt und bieten sowohl Produzenten als auch Verbrauchern eine Möglichkeit, sich gegen Preisschwankungen abzusichern.

Es gibt zwei Hauptarten von Ölfutures: Brent und WTI (West Texas Intermediate).

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist eine internationale Erdöl-Organisation, die 1960 gegründet wurde und ihren Sitz in Wien hat. Sie besteht aus 13 Mitgliedsländern, darunter große Erdölproduzenten wie Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und Venezuela.

Die Hauptziele der OPEC sind die Koordinierung und Vereinheitlichung der Erdölpolitik ihrer Mitgliedsländer sowie die Sicherstellung stabiler Erdölpreise auf den internationalen Märkten.

Die OPEC legt Förderquoten für ihre Mitgliedsländer fest, um das Angebot an Erdöl zu regulieren und somit die Preise zu beeinflussen. Durch diese Maßnahmen versucht die OPEC, die Interessen der Erdölproduzenten zu schützen und eine stabile Versorgung der Konsumenten zu gewährleisten.

Die OPEC hat einen erheblichen Einfluss auf den globalen Ölmarkt, da ihre Mitgliedsländer etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion und rund 75 % der bekannten Erdölreserven kontrollieren.

OPEC+ ist eine erweiterte Gruppe der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die zusätzlich zehn weitere ölfördernde Länder, wie z.B. Russland, Mexiko und Kasachstan umfasst. Diese Gruppe wurde 2016 gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen OPEC-Mitgliedern und Nicht-OPEC-Ländern zu stärken und die Stabilität auf dem globalen Ölmarkt zu fördern.

Der PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures Price Index) ist ein wichtiger Wirtschaftsindikator in den USA, der die Preisentwicklung von Konsumgütern und Dienstleistungen misst, die von US-Haushalten gekauft werden. Er zeigt die Veränderung der Preise für einen festen Warenkorb von Konsumgütern und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

West Texas Intermediate (WTI) ist eine der wichtigsten Rohölsorten weltweit und dient als Benchmark für den US-amerikanischen Ölmarkt.

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