Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen
Heizöl-Rückblick Januar 2026: Trumps Politik und Winterwetter lassen Ölpreise steigen
Venezuela-Coup, Grönland, Iran und dann auch noch knackiger Winter: Im Januar 2026 gab es genügend Gründe für einen sichtbaren Anstieg der Ölpreise. Dahinter steht jedoch weiterhin eine große Unsicherheit über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage.
Die wichtigsten Entwicklungen für den Ölpreis im Januar 2026
- Grönland-Konflikt zeigt Fragilität der Weltordnung
- Trump nimmt Venezuelas Ölproduktion ins Visier
- Proteste in Iran steigern geopolitische Risiken
- Winterwetter lässt Energiepreise steigen
Von einem geruhsamen Jahresstart konnte definitiv keine Rede sein. Der Januar 2026 ließ weder den Markt noch die Analysten durchatmen, fast jeden Tag gab es neue Krisen zu bewerten und einzuordnen. Wesentlicher Treiber war die Regierung Trump: Mit der Entführung des venezolanischen Machthabers, dem Säbelrasseln um die Einverleibung Grönlands und der zunehmend scharfen Rhetorik gegenüber Iran brachte Washington die Weltordnung gehörig ins Wanken.
Davon abgesehen meldete sich im Januar ein alter Bekannter zurück, den gerade hierzulande schon viele abgeschrieben hatten: Der Winter hatte Europa und die USA fest im Griff, dementsprechend hoch war die Nachfrage nach wärmender Energie.
In dieser explosiven Mischung schnellten die Ölpreise im Monatsvergleich deutlich nach oben: Brent legte um über 16 Prozent zu, WTI um knapp 14 Prozent. Infolgedessen stieg auch der Heizölpreis an – wenn auch weniger stark. Aufgrund eines schwachen Dollars und damit eines stärkeren Euros betrug das Preisplus nur rund 4,5 Prozent.
USA schaffen Tatsachen in Venezuela
Selbst jene, die in den Vormonaten ein Auge auf den zunehmenden Druck Trumps auf Venezuela hatten, dürften von der Entführung Nicolás Maduros durch amerikanische Einsatzkräfte überrascht worden sein. Denn anders als die Seeblockade gegen venezolanische Tanker oder wirtschaftliche Sanktionen wird dieser Schritt von der ganzen Welt verurteilt – und hat nichts an der Situation in Venezuela geändert.
Es ist davon auszugehen, dass Trump diese Aktion gestartet hat, um einmal mehr seine Machtvorstellungen und sein Weltbild zu unterstreichen. Wurden Drohungen gegen Venezuela in den Vormonaten nämlich noch mit einem Kampf gegen Drogen und der Illegitimität der Regierung Maduros begründet, ließ Trump bald nach der Operation die Masken fallen:
Laut ihm hätten die USA nun die Kontrolle über Venezuela und könnten demzufolge auch über das venezolanische Öl verfügen. Schnell gab es Treffen mit US-Ölkonzernen und Exportgenehmigungen für US-Unternehmen, Washington stellte sinkende Ölpreise für alle in Aussicht.
Dafür braucht es aber kein venezolanisches Öl – das selbst unter den besten politischen Voraussetzungen nicht von heute auf morgen frei fließen würde. Trumps eigene Energiebehörde rechnete im Januar vor, dass der Ölmarkt 2026 massiv überversorgt sein wird.
Daher wundert es nicht, dass die Ölpreise auf die Maduro-Tatsachen praktisch kaum reagierten und Trumps Vorstellungen nicht einmal ansatzweise folgten. Es ist vielmehr fast ironisch, dass Trumps Verhalten auf anderen Schauplätzen deutliche Preisanstiege statt der gewünschten Rabatte auslöste.
Causa Grönland und Iran lassen Alarmglocken läuten
Waren Trumps „Ansprüche“ auf die Arktisinsel Grönland in den Vormonaten eher ein Running Gag, wurde daraus im Januar beinahe bitterer Ernst. Seine Forderungen wurden so scharf und erratisch, dass die Europäer nicht nur wirtschaftliche Maßnahmen diskutierten, sondern sogar erste militärische Sondierungen auf der Insel vornahmen.
Beim Wirtschaftsforum in Davos konnten die Wogen zwar geglättet werden, doch ist nun auch dem Letzten klar geworden, dass diese US-Regierung unberechenbar ist. Dies spiegelte sich auch in den steigenden Risikoprämien wider, die die Ölpreise im Januar 2026 nochmals stärker anhoben, als aufgrund des Angebot-Nachfrage-Verhältnisses realistisch gewesen wäre.
Grönland machte jedoch nur einen kleinen Teil aus, viel wichtiger war die sich zuspitzende Lage in Iran. Teheran geht mit aller Härte gegen regimekritische Proteste vor. Trump wiederholte mehrfach Drohungen eines Angriffs, zum Monatsende wurde die Rhetorik nach zwischenzeitlichen Entspannungstendenzen wieder schärfer. Was Trump mit seinem Einstehen für iranische Protestler wirklich bezweckt, ist niemandem klar. Fest steht allerdings, welche Auswirkungen ein offener Konflikt in der Region hätte:
Iran ist nicht nur ein wichtiger Ölproduzent, sondern liegt im Mittelpunkt der wichtigsten Ölregion der Welt. Militärische Auseinandersetzungen in Iran dürften unweigerlich auf die Nachbarstaaten, die Straße von Hormuz und damit die wichtigsten Stützpfeiler des globalen Ölhandels übergreifen. Dann wären nicht mehr nur die täglich rund 3,3 Millionen Barrel iranischen Öls in Gefahr. Schon jetzt treiben allein diese Überlegungen den Ölpreis um 4 Dollar pro Barrel und mehr in die Höhe.
Über das reine Angebot hinaus besteht die Gefahr, dass der Konflikt mit Iran den Handelskrieg zwischen den USA und China weiter anheizt. Trump kündigte Strafzölle gegen alle Länder an, die iranisches Öl kaufen – dazu gehört auch China. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, beantwortet Peking jeden Schlag Washingtons mit ebenso harten Bandagen.
Winter lässt Energiebedarf steigen
Deutschland und Europa erleben derzeit ein Wetter, das nach Jahren der Milde endlich einmal wieder den Namen Winter verdient. Eis, Schnee und anhaltende Minusgrade sorgen allenthalben für einen hohen Bedarf an Heizenergie.
Parallel dazu erlebten die USA im Januar ebenfalls starke Kältewellen, die dort zwar nicht allzu selten, aber in ihren Auswirkungen auf die Energiepreise noch heftiger sind. Denn dabei werden auch Ölförderanlagen und Raffinerien unter Schnee und Eis begraben, die Produktion friert buchstäblich ein. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind deutlich: Die Ausfälle beliefen sich auf zeitweise rund 2 Millionen Barrel pro Tag – etwa 15 Prozent der gesamten US-Produktion.
Weitere News in Kürze
- Keine Fortschritte bei Friedensgesprächen mit Ukraine
- Ölfeld Tengiz in Kasachstan liegt teilweise still
Was auf dem Ölmarkt im Februar 2026 wichtig bleibt
Während man in Bezug auf die US-Außenpolitik inzwischen nur noch raten kann, was als nächstes passiert, dürfte der Februar unter anderem von einem innenpolitischen Thema geprägt sein: Der zunehmende Streit um die Neubesetzung des Führungspostens der US-Notenbank Fed könnte die Märkte gehörig durcheinanderwirbeln. Zudem dürften Analysten das Thermometer im Auge behalten und wie schon in den vergangenen Monaten nach Anzeichen für eine sich erholende Nachfrage Ausschau halten.
So oder so ist davon auszugehen, dass es auch im Februar an den Börsen hoch hergehen könnte. Wenn ihr Heizöltank bald nachgefüllt werden muss, sollten Sie daher unbedingt den richtigen Zeitpunkt für den Kauf abpassen. Nutzen Sie dafür unsere täglichen Heizölnews und unsere Heizölpreisseite.
Stand: 04.02.2026