Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen
Heizöl-Rückblick Dezember 2025: Ölpreise reagieren erneut auf Überangebot
Zum Jahresende setzte sich der Preisrückgang bei Öl ungebremst fort, da weiterhin ein Überangebot besteht. Weder die anhaltenden noch die neu hinzugekommenen geopolitischen Risiken noch die zurückhaltende Haltung der OPEC konnten daran etwas ändern.
Die wichtigsten Entwicklungen für den Ölpreis im November 2025
Die wichtigsten Entwicklungen für den Ölpreis im Dezember 2025
- OPEC bestätigt Pause der Förderanhebungen für Januar
- Trump droht Venezuela mit militärischer Intervention
- Keine Anzeichen für Erholung der Nachfrage
Richtung Jahresende zeigen sich Kurse oft sehr volatil. Da rund um die Feiertage deutlich weniger Händler auf dem Parkett unterwegs sind, haben ihre Entscheidungen größere Auswirkungen. In Sachen Ölpreise gab es jedoch kaum Schwankungen, die Marktteilnehmer schienen sich einig: Der bereits monatelang anhaltende Abwärtstrend besteht weiterhin – und es gibt vorerst keine Anzeichen, dass sich etwas ändert.
Dafür sind vor allem die düsteren Nachfrageaussichten verantwortlich, denen ein ständig steigendes Ölangebot gegenübersteht. Dementsprechend sank der Heizölpreis im Monatsvergleich um rund 1,7 Prozent, die beiden wichtigsten Ölnotierungen Brent und WTI gaben jeweils um etwa 3 Prozent nach. Noch deutlicher wird die Tendenz im Jahresvergleich: In 12 Monaten ist der Ölpreis um satte 20 Prozent gefallen.
Konflikt zwischen Venezuela und USA spitzt sich zu
In der Rückschau wissen wir, dass Trump seine Drohungen gegenüber Venezuela wahr machen wird. Im Dezember blieb es zunächst jedoch bei Worten. Nachdem bereits international verurteilte Angriffe auf venezolanische Schiffe erfolgt waren, die USA ein Schiff beschlagnahmt und eine Seeblockade gegen Venezuela errichtet hatten, rasselte das Weiße Haus immer weiter mit den Säbeln: Man überlege, Bodentruppen zu entsenden.
Venezuelas Präsident Maduro hält die Macht in seinem Land mit diktatorischen Mitteln, allerdings begründet die Regierung Trump die Drohung gegen den Staat weniger mit Regimekritik als mit dem Kampf gegen Drogenkartelle, die die USA mit Rauschgift überschwemmen sollen. Das ist faktisch falsch, spiegelt aber das politische Klima in den USA.
Für den Ölmarkt ist dieser Konflikt nicht nur aus geopolitischer Sicht wichtig. Venezuela ist OPEC-Mitglied und hält die größten Erdölreserven der Welt. Auch wenn die Ölinfrastruktur unter Maduro auseinanderfällt, trägt das Land täglich etwa eine Million Barrel zum weltweiten Angebot bei. Dieses geht aufgrund internationaler Sanktionen gegen Maduros Regime vor allem nach China und besitzt eine spezielle Qualität, die auf dem Markt nicht so einfach zu ersetzen ist. Denn Raffinerien können je nach Bau- und Funktionsweise nur bestimmte Ölsorten verarbeiten.
Es spricht aber eine deutliche Sprache für den Zustand des Ölmarkts, dass selbst der mögliche Wegfall dieser täglichen Million im Dezember kaum Eindruck auf die Kurse machte. Andersherum könnte der Markt es derzeit überhaupt nicht gebrauchen, wenn mehr venezolanisches Öl zur Verfügung stünde.
Die Vermutung liegt nahe, dass die Causa Venezuela auch ein Mittel ist, um von Trumps innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken. Zahlen im Dezember zeigten, dass der US-amerikanische Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck gerät, zudem spitzt sich die Affordability-Krise immer weiter zu: Entgegen Trumps Versprechen, die Verbraucherpreise zu senken, ist in dieser Hinsicht absolut nichts passiert. Und dies sorgt für zunehmenden Unmut an der Basis.
Auch ist unübersehbar, dass die Regierung Trump als Vermittlerin im Ukraine-Russland-Konflikt noch kaum etwas erreicht hat. Bisher gab es keine nennenswerten Fortschritte in den von den USA verantworteten Friedensgesprächen. Die gemachten Vorschläge seien alle zu Russland-freundlich, so die Kritik, und daher für die Ukraine nicht akzeptabel. Größte Streitpunkte sind unter anderem die Forderungen Russlands, die besetzten Gebiete zu behalten, sowie fehlende Sicherheitsgarantien für die Ukraine.
Eine Einigung auf diesem Schauplatz hätte im Gegensatz zu Venezuela wohl unmittelbare Auswirkungen auf den Ölpreis. Denn dann könnten die Sanktionen gegen russische Energie aufgehoben werden und der Markt hätte auf einen Schlag noch mehr Öl zur Verfügung, als ihm lieb sein kann.
OPEC bekräftigt Kurswechsel
Die OPEC bekräftigte im Dezember nochmals, die Förderanhebungen im Januar auszusetzen. Damit reagiert das Kartell sowohl auf die durchwachsenen Nachfrageaussichten als auch auf die Friedensgespräche. Saudi-Arabien senkte sogar die Preise, um sich mit günstigen Angeboten mehr Marktsicherheit zu verschaffen.
Es ist klar, dass sich das Ölkartell der Realität nicht mehr verschließen kann und dabei auch mögliche eigene Fehlentscheidungen korrigieren muss. Denn die täglichen Förderanhebungen im November und Dezember um jeweils 137.000 Barrel hatten einen großen Anteil am Kursabschwung.
Die Ernüchterung ließ sich auch im monatlichen OPEC-Bericht erkennen, der zusammen mit den Berichten von IEA und EIA die Angebotsprognosen für 2026 nach oben korrigierte – und gleichzeitig eine weiterhin verhaltene Nachfrage voraussagte.
Die wichtigsten Signale kommen dabei aus Fernost: Chinas Industrieproduktion ist auf den niedrigsten Stand seit 15 Monaten gefallen, die Einzelhandelsumsätze fielen sogar auf ein Dreijahrestief. Um den wirtschaftlichen Auswirkungen entgegenzutreten, kündigte Peking an, man werde die Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft im Jahr 2026 signifikant erhöhen.
Ob dies im derzeit pessimistischen Weltklima ausreichen wird, ist natürlich fraglich. Fest steht nur, dass inländische Heizölkäufer zumindest kurzfristig von einem verbraucherfreundlichen Preisumfeld profitieren.
Weitere News in Kürze
- Drohnenangriff auf kasachischen Hafen Noworossijsk
- US-Notenbank senkt Leitzins um 0,25 Prozent – weitere Senkungen für Januar ausgeschlossen
Was auf dem Ölmarkt im Januar 2026 wichtig bleibt
Mit dem Wissen, welche Schritte Trump gegen Venezuela Anfang Januar unternommen hat, wird dieser Schauplatz den Rest des Januars und auch die Entscheidungen auf dem Handelsparkett deutlich beeinflussen. Ob dabei auch der Ölpreis im Fokus steht, lässt sich bisher jedoch nicht sagen.
Inländische Verbraucher sollten sich angesichts der aktuellen Wetterlage bewusst machen, dass sich der inländische Heizölpreis aufgrund höherer Nachfrage von der allgemeinen Wertentwicklung an den Börsen abkoppeln kann.
Darum ist es zum kalten Jahresstart wichtig, beim Heizölpreis für den perfekten Zeitpunkt zum Auffüllen des Tanks genauer hinzuschauen. Dafür stehen Ihnen unsere täglichen Heizölnews und unsere Heizölpreisseite zur Verfügung.
Stand: 07.01.2026