Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen
Die wichtigsten Entwicklungen für den Ölpreis im Oktober 2025
- Angebot an Öl wächst bis zu dreimal schneller als die Nachfrage
- OPEC+-Mitglieder wollen Förderung moderater steigern als erwartet
- Fortschritte im Nahen Osten senken Risikoprämien
- Neue Sanktionen gegen Russland
Was auf dem Ölmarkt im November 2025 wichtig bleibt
Es gibt vorerst keinen Grund, an eine Trendumkehr zu glauben: Sofern es keine Durchbrüche in den Zollstreitigkeiten gibt, dürfte die Nachfrage weiterhin schwächeln. Auf Angebotsseite dürfte sich vorerst auch nur wenig ändern. Allerdings hat schon der Oktober gezeigt, dass sich dieses Verhältnis nicht unbedingt in fallende Heizölpreise übersetzen lässt.
Darum sollten Sie vor Beginn des Winters unsere täglichen Heizöl-News besonders aufmerksam verfolgen und den besten Zeitpunkt zum Auffüllen Ihres Tanks mit unserer Heizölpreisseite kalkulieren.
Eigentlich wäre der Oktober ein perfekter Monat für Heizölkäufer gewesen. Die Ölpreise erreichten aufgrund eines starken Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage mehrmals Mehrmonatstiefs. Die Fortschritte im Israel-Gaza-Konflikt ließen die Risikoprämien sinken, während Trumps internationale Handelspolitik weiterhin die Kauflaune drückte.
Allerdings begrenzten neue Sanktionen gegen Russland sowie ukrainische Angriffe auf russische Ölinfrastruktur die Abwärtsbewegungen, während der Dollar durch Leitzins-Vermutungen zulegte. Auch ein überraschender Strategiewechsel der OPEC zu den Fördermengen sorgte unterm Strich dafür, dass Heizöl im Monatsvergleich um rund drei Prozent teurer wurde – obwohl die Rohölnotierungen für Brent und WTI jeweils um etwa drei Prozent nachgaben.
Nachfrage bleibt angespannt
Angesichts anhaltender Handelskriege und unsicherer Zukunftsaussichten hat die Welt derzeit einen ziemlich überschaubaren Ölbedarf. Die Ursachen sind schnell gefunden: Das wirtschaftliche Kräftemessen zwischen den USA und China ist einer der Hauptgründe für die derzeit angespannte wirtschaftliche Stimmung. Die USA verhängen maximale Einfuhrzölle, China verweigert die Lieferung essenzieller Rohstoffe, der Rest der Weltwirtschaft wird zwischen diesen Fronten zerrieben.
Schon deshalb wurden Signale für ein mögliches Handelsabkommen zwischen Peking und Washington im Oktober mit Kusshand begrüßt und direkt in steigende Ölpreise übersetzt. Allerdings blieben konkrete Fortschritte oder Verlautbarungen aus, auch wenn von einem „Rahmenvertrag“ die Rede war.
Ähnlich schwammig blieben Aussagen zu einer Einigung zwischen den USA und Indien. Das Land hat bislang keine Anstalten gemacht, die Sanktionen gegen Russland einzuhalten. Trump drohte mit hundertprozentigen Zöllen, sollte Indien nicht aufhören, russisches Öl und Gas zu beziehen. Im Oktober soll der indische Präsident nun zugesichert haben, sich zukünftig an das Embargo zu halten. Handfeste Beweise dafür blieben allerdings bisher ebenfalls aus.
OPEC schwenkt bei Förderzielen um
Auf Angebotsseite sorgte im Oktober vor allem die OPEC+ Gruppe für eine Überraschung: Hatte sie in den Vormonaten noch hohe Förderanhebungen umgesetzt und angekündigt, scheint das Ölkartell die Versorgungslage auf dem Markt nun neu zu bewerten. Im November soll sich die Rücknahme der freiwilligen Zusatzkürzungen von acht Mitgliedern nur noch auf 137.000 Barrel pro Tag belaufen, für Dezember wurde aus „gut unterrichteten Kreisen“ eine ähnliche Zahl vermeldet. Das sind weitaus weniger als die vorher befürchteten 500.000 Barrel. Zudem zeigte sich, dass die Förderanhebungen bereits im Oktober moderater ausfielen als zunächst gedacht.
Auch wenn nicht ganz klar ist, woher dieses Umdenken kommt, gibt es naheliegende Gründe: Laut Analysten ist das Angebotswachstum derzeit dreimal so hoch wie die Nachfrage. Diese Schieflage und den damit einhergehenden Preisverfall an den Börsen kann nicht einmal die OPEC auffangen. Sinken die Preise für Öl zu sehr, lässt sich trotz großer Förderkapazitäten kaum Geld verdienen. Die meisten OPEC-Mitglieder sind jedoch fast vollständig von den Öldollars abhängig.
Die Zurückhaltung der OPEC ergibt Sinn. Die USA vermeldeten im Oktober einen Förderhöchststand von 13,6 Millionen Barrel pro Tag. Zudem liefert die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline wieder Öl aus Kurdistan, während Russlands Energieexporte zulegen. Das liegt nicht an mehr Förderpotenzial, sondern an Beschädigungen der russischen Energieinfrastruktur durch ukrainische Gegenangriffe. Was nicht selbst verarbeitet werden kann, wird von Moskau an Staaten geliefert, die sich weiterhin internationalen Sanktionen widersetzen – allen voran eben China und Indien.
USA ziehen Daumenschrauben gegen Russland an
Trump scheint es mit den Sanktionen gegen Russland ernst zu meinen. Im Oktober verhängten die USA konkrete neue Sanktionen gegen die russischen Ölriesen Rosneft und Lukoil. Dies hat vor allem Auswirkungen auf Europa, wo Rosneft zum Beispiel die Hauptanteile an Raffinerien wie in Schwedt hält. Deshalb versuchte die EU, Übergangsregelungen mit den USA zu vereinbaren.
Angesichts der politischen Isolation Russlands aus westlicher Sicht wird immer wieder unterschätzt, wie viel Energie hier gewonnen und exportiert wird. Laut aktueller Zahlen gehen täglich bis zu über drei Millionen Barrel ins Ausland, die Förderung stieg zuletzt sogar an. Das ist zwar deutlich weniger als vor Putins Angriffskrieg und der internationalen Reaktion, reicht aber immer noch, um den Krieg zu finanzieren.
Auch wenn Putin gern ein anderes Bild vermittelt, hängt auch Russlands Wirtschaft stark von Energieexporten ab. Darum sind die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien auch nachvollziehbar – genauso wie die EU- und US-Sanktionen gegen russische Energiekonzerne.
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