Heizöl-Monatsrückblick: Alles, was Sie über die Ölpreise wissen müssen

Lesen Sie, welche Faktoren die Ölpreise im Jahr 2024 beeinflusst haben und was Sie erwartet.

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Heizöl-Rückblick Mai 2024: Pokern um Nahostfrieden, Fördermengen und Zinsen

Die Ölpreise waren im Mai vor allem von Hoffnung getrieben – auf Frieden im Nahen Osten, auf eine Balance von Angebot und Nachfrage sowie auf sinkende Zinsen. Zwar wurden diese Hoffnungen immer wieder enttäuscht, doch die Notierungen zeigten sich erstaunlich stabil.

 

Im Überblick: So entwickelte sich der Heizölpreis 2024

  • Januar: Rebellen-Angriffe im Nahen Osten lassen Ölpreise steigen
  • Februar: Lage im Nahen Osten bleibt bestimmend
  • März: Zwischenzeitliche Mehrmonatshochs der Ölpreise wegen Angebotssorgen
  • April: Nach Preisspitzen durch Nahostkonflikt bleiben Nachfrage und Angebot im Fokus

Die wichtigsten Entwicklungen für den Ölpreis im Mai 2024

  • Waffenstillstand, Angriff auf Rafah und Chancen auf einen Durchbruch: Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe
  • OPEC+ zeigt weiter Uneinigkeit zu Fördermengen
  • Nachfrage bleibt unsicher, Angebot bietet klarere Indikatoren

Seit Monaten wird der Ölmarkt von drei großen Themen bestimmt: Naher Osten, Fördermengen, Angebot und Nachfrage. Seit Monaten wartet er darauf, dass sich in diesen drei Bereichen fundamentale Richtungsentscheidungen ergeben, die den Notierungen eine Richtung geben. Im Mai sah es immer wieder so aus, als würden Tatsachen geschaffen. Doch dieser Eindruck täuschte, was sich auch in den Notierungen widerspiegelte. Drei Entwicklungen waren entscheidend:

  1. Israels Angriff auf die palästinensische Stadt Rafah Ende Mai wurde von der internationalen Staatengemeinschaft scharf verurteilt, ein zuvor mühsam errungener Waffenstillstand und der Weg zu einer Friedenslösung schienen damit vom Tisch.
  2. Das Hakeln der OPEC-Gruppe um die Förderquoten nahm auch im Mai kein Ende und führte zu einer Verschiebung der Vollversammlung und damit der Entscheidung zur Verlängerung der Kürzungspolitik.
  3. Die US-Notenbank Fed enttäuschte einmal mehr die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen als möglichen Konjunkturmotor und zeigte inflationsbedingte Vorsicht, die dem Markt so gar nicht mehr schmeckt.

Unterm Strich zeigten sich die Notierungen im Mai trotz aller News-Turbulenzen dann doch erstaunlich stabil: Der Heizölpreis veränderte sich im Monatsvergleich nur um rund 0,3 Prozent. Brent und WTI als wichtigste Ölnotierungen verloren unterdessen jeweils über zwei Prozent, während der Euro mehr als ein Prozent dazugewann. Was heißt das für die kommende Zeit? Genau diese Frage blieb und bleibt weiterhin offen.

 

Hahn auf, Hahn zu? Die OPEC ringt um Förderquoten

Kleiner Spoiler: Aus dem zuvor verschobenen Gruppentreffen der OPEC+ Gruppe gingen die Mitglieder zum Monatswechsel Mai/Juni dann doch noch mit einer klaren Ansage: Verlängerung der Quotenbeschränkungen bis 2025, danach schrittweise Rücknahme, Option auf Anpassung der Menge oder Laufzeit.

Solche Ergebnisse waren zuvor erwartet worden, weil klar ist, dass die OPEC auf die steigenden Produktionsmengen von Nicht-Mitgliedern reagieren muss, um seine eigene Marktmacht zu erhalten. Ging es im Vorfeld der Entscheidung für die Ölpreise noch deutlich hin und her, ließ sich der Markt gen Ende des Monats kaum noch von der OPEC beeindrucken.

Aber allein die Tatsache, dass das Treffen im Mai überhaupt verschoben wurde, zementierte für Analysten die Risse in der Zweckgemeinschaft ölfördernder Länder. Seit Jahren kämpfen die Kleinen gegen die Großen, wirtschaftlich Schwächere gegen Ölgiganten wie Saudi-Arabien. Wer darf wem diktieren, wieviel Öl verkauft wird? Wer darf bestimmen, welche preisstabilisierenden Maßnahmen ergriffen werden? Was passiert, wenn sich ein Mitglied nicht an die Absprachen hält? Diese Fragen kochen mit schöner Regelmäßigkeit hoch und werden mit genau derselben Regelmäßigkeit nicht abschließend geklärt.

 

Naher Osten ohne Lösungen

Auch wenn der Krieg keinen direkten Einfluss auf die Ölpreise hat – und dies auch im Mai wieder deutlich wurde – schaut der Markt auf mögliche Funken, die von dort aus auf die gesamte Region überspringen könnten. So hatte etwa die Nachricht vom Tod des iranischen Präsidenten kurzfristig für klar steigende Ölpreise gesorgt. Irans geopolitische Rolle ist seit Jahren ein sorgenvolles Thema, ein plötzlicher Regimewechsel dementsprechend ein hochsensibler Moment. In dieser Hinsicht lagen bis Monatsende jedoch keine neuen Fakten vor.

 

Fragezeichen hinter Nachfrage und Angebot wachsen weiter

Geht es um die Marktbalance, spielen die Börsennews seit Monaten „Täglich grüßt das Murmeltier“: Chinas Wirtschaft? Wacklig. US-Nachfrage nach Öl? Mal so, mal so. Europas Produktionsleistung? Wer weiß es schon so genau.

Genauso spielen die US-Notenbank und Anleger seit geraumer Zeit immer dasselbe Spiel: Analysten erwarten „schon bald“ eine Zinssenkung, um Investitionen wieder attraktiver zu machen. Die Fed sagt „noch nicht“, weil man aufgrund der Inflation vorsichtig sein müsse.

Lediglich auf Angebotsseite gab es im Mai klarere Indikatoren: Allenthalben sinken die physischen Vorräte an Öl – trotz steigender Produktion etwa in den USA. Die US-Ölbestände fallen langsam, aber stetig, Singapur vermeldete ein Mehrmonatstief. Zwar ist Singapur kein global wichtiger Indikator, doch wenn es selbst „unwichtige“ Player mit Meldungen zu leeren Lagern in die Börsennews schaffen, ist dies ein klares Signal für weniger Öl im Markt.

 

Was auf dem Ölmarkt im Juni 2024 wichtig bleibt

Der Monatswechsel scheint Tatsachen geschaffen zu haben, die der Markt im Juni verdauen muss. Die Entwicklung im Gaza-Streifen ist dabei vor allem für die politische Stimmung wichtig, die Entwicklung der Nachfrage in der anlaufenden Sommersaison dürfte direkten Einfluss auf die Ölpreise haben.

Wie sich dieser Einfluss allerdings entfaltet, zeigt sich natürlich nicht in einer Prognose. Darum sind unsere Heizölnews täglich für Sie da. Den besten Zeitpunkt zum Auffüllen Ihres Tanks ermitteln Sie ganz einfach über unsere Heizölpreisseite.