Was ist eine Hybridheizung?

Anna Müller am 02.03.2026

Die beste Alternative zur alten Ölheizung ist eine Hybridheizung. Eine Hybridheizung oder auch bivalente Heizung genannt, beschreibt die Kombination von zwei verschiedener Energiequellen in einem System. Dabei arbeitet das eine System auf Notwendigkeit, während das andere die nötige Energie liefert. Meist handelt es sich dabei um die Vereinigung von erneuerbaren Energien und einem eher weniger umweltfreundlichen System.

Sprich, es werden erneuerbare Energien wie Solar oder eine Wärmepumpe mit typischen Systemen wie einer Gas- oder Ölheizung kombiniert. Einem Hybridheizsystem wird eine starke Effizienz zugesprochen. Zudem ist es flexibel in seinen Erweiterungsmöglichkeiten, denn die typischen Energieversorgungen haben je nach Bedingungen mehrere Anbindungsmöglichkeiten hinsichtlich erneuerbarer Energien.

Durchaus sind auch Heizkombinationen von zwei regenerativen Energien möglich, wie z.B. eine Wärmepumpe und Photovoltaik oder Solar.

Ein zentrales Ziel von Hybridheizungen ist es, Heizkosten zu reduzieren und gleichzeitig den CO₂-Ausstoß zu senken. Der Anteil erneuerbarer Energien nimmt in Deutschland kontinuierlich zu und wird durch politische Vorgaben weiter beschleunigt. Die Bundesregierung setzt seit 2024 und verstärkt ab 2026 auf eine klimafreundliche Wärmewende, bei der flexible Heizsysteme wie Hybridlösungen eine wichtige Rolle spielen.

Mit der Reform des Heizungsgesetzes 2026 wurde die frühere starre 65‑Prozent‑Pflicht für erneuerbare Energien aufgeweicht. Stattdessen setzt die neue Gesetzgebung auf Technologieoffenheit: Fossile Heizsysteme bleiben weiterhin zulässig, müssen aber ab 2029 wachsende Bio‑Anteile wie Biomethan, Bioheizöl oder grünen Wasserstoff nutzen. Hybridheizungen gelten deshalb auch langfristig als zukunftssichere Lösung, da sie regenerative Energien integrieren und gleichzeitig die neuen gesetzlichen Vorgaben flexibel erfüllen. Eine generelle Pflicht, ab 2026 nur noch Hybridheizungen einzubauen, ist nicht vorgesehen.

Welche Arten einer Öl-Hybridheizung gibt es?

Grundsätzlich gilt eine Ölheizung oder ein Öl-Brennwertsystem, welche in Verbindung mit erneuerbarer Energie steht als Hybridheizung. Zudem kann der Einbau und die Erweiterung eines hybriden Heizungssystems vom Staat unterstützt werden.

 

Hier sind die 4 beliebtesten Kombinationen der Hybridenergiequellen: (Luft-Wasser-Wärmepumpe, Ölheizung, Solarthermie bzw. Photovoltaik-Anlage, Öl-Brennwertheizung, Holz, Gasheizung)

 

Die Kombi einer Ölheizung und einer Solaranlage ist mit rund 2,36 Mio. kombinierten Heizungssystemen in Deutschland die beliebteste Kombination und gilt als Klassiker. Dabei muss beachtet werden, dass eine Ölheizung längst nicht mehr die effektivste Art der Ölverbrennung ist. Es wird empfohlen, die Ölheizung mit einer Öl-Brennwertheizung auszutauschen.

Mit einer Öl-Brennwertheizung kann bis zu 30% an Heizöl gespart werden. Dies wird durch die effektive Nutzung möglich. Bei einer herkömmlichen Ölheizung werden die heißen Abgase durch den Kamin freigelassen, während ein Öl-Brennwertsystem diese Abgase zur zusätzlichen Wärmegewinnung nutzt und somit Heizöl einspart. Bislang werden in Deutschland nur rund 0,96 Mio. Ölbrennwertsysteme genutzt.

Wie funktioniert eine Hybridheizung? (Solarthermie & Öl-Brennwertheizung)

Da eine Hybridheizung in den meisten Fällen aus einer Kombination einer erneuerbaren und einem fossilen Energiesystem besteht, werden diese wechselartig in Anspruch genommen. Bei dem Beispiel einer Solarthermie und einem Öl-Brennwertsystem wird die Öl-Brennwertheizung ausschließlich in Anspruch genommen, sobald die Energie der Sonneneinstrahlung nicht ausreicht, um das Nutzwasser die entsprechende Wärme zu liefern.

Andersherum bedeutet dies, dass mit Hilfe der Sonnenenergie rund 50% an jährlichen Heizölkosten gespart werden können. Denn bei einer Solaranlage kommen nur Kosten in Form der Integration und Wartungskosten zustande. Die umgewandelte Sonnenenergie kostet an sich nichts und ist kostenlos.

 

Nur wie funktioniert solch ein Hybridheizungssystem nun im Detail?


Als erstes treffen Sonnenstrahlen auf die Solaranlage. Diese wandeln die Sonneneinstrahlung in Energie beziehungsweise Wärme um. Mit dieser Wärme wird dann das Nutzwasser bei Bedarf erwärmt. Überschüssige Energie wird im Wärmespeicher gesammelt und kann das Nutzwasser bei Bedarf erwärmen, da das Wetter zu dieser Zeit meist warm ist, bedarf es in der Regel keine Heizung in Anspruch zu nehmen.

Sollte das Wetter draußen kälter werden und entsprechend weniger Sonneneinstrahlung liefern, kommt die Öl-Brennwertheizung zum Einsatz und beheizt das Nutzwasser sowie die Ölheizungen.

Auf diese Weise sparen Sie sich langfristig eine Menge Heizölkosten und Ihr Zuhause bleibt rund um die Uhr warm.

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl einer Hybridheizung. Zwar liegen die Anfangsinvestitionen für Systeme, die erneuerbare Energien wie Solarthermie oder eine Wärmepumpe integrieren, oft höher als bei rein fossilen Heizsystemen. Allerdings können diese Mehrkosten durch staatliche Förderprogramme spürbar reduziert werden – insbesondere, wenn regenerative Komponenten eingesetzt werden. Langfristig amortisiert sich die Investition durch niedrigere Heizkosten, eine höhere Energieeffizienz und eine deutliche Verringerung der CO₂‑Emissionen, was Hybridheizungen wirtschaftlich besonders attraktiv macht.

Eine besonders häufig eingesetzte Kombination ist die Gasheizung mit Solarthermie. Die Solarthermieanlage kann nicht nur zur Warmwasserbereitung beitragen, sondern – je nach Auslegung – auch zur Heizungsunterstützung. Wird zusätzlich Photovoltaik genutzt, kann der erzeugte Solarstrom direkt im Haushalt eingesetzt oder ins Netz eingespeist werden, was weitere Stromeinsparungen ermöglicht und die Gesamteffizienz des Energiesystems erhöht.

Auch der Einsatz einer modernen Öl‑Brennwertheizung in Verbindung mit Solarthermie oder Photovoltaik stellt eine wirtschaftliche Option dar. Durch die Nutzung der kostenlosen Sonnenenergie lassen sich der Heizölverbrauch und die Betriebskosten erheblich reduzieren. Gleichzeitig sinken die klimaschädlichen Emissionen, was eine Hybridlösung aus ölbasierten und regenerativen Systemen trotz des rückläufigen Ölheizungstrends für einige Gebäude weiterhin sinnvoll macht.

Insgesamt bietet eine Hybridheizung eine zukunftssichere und flexible Lösung, da sie verschiedene Energiequellen intelligent miteinander verknüpft. Sie reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas, senkt die laufenden Kosten und trägt zu einer nachhaltigeren Energieversorgung bei. Durch die Einbindung erneuerbarer Energien lässt sich zudem der eigene CO₂‑Fußabdruck deutlich verringern – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Klimaschutz und langfristiger Kostenstabilität.

 

aktualisiert am: 02.03.2026