Wie funktioniert eine Ölheizung
Eine Ölheizung – meist als Öl‑Brennwert- oder Niedertemperaturkessel ausgeführt – erzeugt Wärme, indem der Ölbrenner Heizöl fein zerstäubt, mit Luft vermischt und das Gemisch über Zündelektroden entzündet. Die entstehende Wärme wird im Wärmetauscher auf das Heizungswasser übertragen. Anschließend verteilen Umwälzpumpen das erwärmte Wasser im Haus. Die Heizungsregelung überwacht dabei Temperaturen, Sicherheit und den gesamten Betriebsablauf. Moderne Brennwertgeräte nutzen zusätzlich die Kondensationswärme der Abgase und arbeiten dadurch besonders effizient.
Wichtige Komponenten einer Ölheizung (Auswahl):
- Ölbrenner mit Pumpe, Gebläse und Düse – zerstäubt und verbrennt das Heizöl.
- Zündtrafo/Zündeinrichtung – erzeugt die Hochspannung für die Flammenzündung.
- Regelung/Steuerung und Sensorik – überwacht Temperaturen, Sicherheit, Brennerbetrieb und Taktung.
- Umwälzpumpe(n) – transportieren das erhitzte Heizwasser zu Heizkörpern oder Fußbodenheizung.
Ölheizung & Stromausfall: Was fällt tatsächlich aus?
Auch wenn Heizöl der eigentliche Energieträger ist – ohne Strom läuft eine Ölheizung in der Regel nicht. Fällt die Netzversorgung aus, stehen zentrale Komponenten sofort still:
- Brenner und Ölpumpe kommen zum Stillstand: Ohne Gebläse, Förderpumpe und Flammenüberwachung kann kein Brennvorgang stattfinden.
- Die Zündung fällt aus, da der Zündtrafo Hochspannung aus dem Stromnetz benötigt.
- Die Heizungsregelung schaltet ab – damit fehlen Freigaben, Temperaturüberwachung und die komplette Sicherheitskette.
- Die Umwälzpumpe stoppt, wodurch vorhandene Restwärme im Kessel nicht mehr im Haus verteilt wird
Folgen im Haus: Die Räume kühlen nach und nach aus. Bei längeren Stromausfällen besteht zudem die Gefahr von Frostschäden an Leitungen.
Stromausfälle in Deutschland dauern im Durchschnitt nur wenige Minuten (etwa 10–13 Minuten pro Jahr). Längere Unterbrechungen sind selten, können aber vorkommen – etwa nach schweren Unwettern oder gezielten Sabotageakten. Eine gewisse Vorbereitung lohnt sich daher, vor allem in der kalten Jahreszeit.
Wieviel Strom „braucht“ eine Ölheizung? (für die Notstrom‑Planung)
Die Heizleistung entsteht durch das verbrannte Heizöl – doch für den Betrieb der Ölheizung benötigen zahlreiche Komponenten Strom: Elektronik, Zündung, Brennermotor samt Ölpumpe sowie die Umwälzpumpen. Typische Praxiswerte liegen in folgendem Bereich:
- Regelung/Steuerung (Standby): etwa 5–30 W.
- Zündung und Brennermotor: im laufenden Betrieb bzw. beim Start rund 100–400 W.
- Umwälzpumpe(n): je nach Modell 50–100 W bei modernen Hocheffizienzpumpen, ältere Bauarten oft deutlich höher – teilweise mehrere Hundert Watt.
- Gesamtleistungsaufnahme im Betrieb: häufig ca. 400–900 W, mit kurzfristig höherem Bedarf beim Anlaufen.
Diese Werte sind besonders wichtig, wenn Notstromlösungen wie Generatoren oder USVs geplant werden.
Fazit: Gut vorbereitet – auch wenn die Ölheizung Strom braucht
Eine Ölheizung liefert zuverlässig Wärme – aber nur, solange auch Strom verfügbar ist. Fällt die Netzversorgung aus, stehen Brenner, Zündung, Regelung und Umwälzpumpen sofort still. Die Technik selbst bleibt dabei unbeschädigt, doch das Zuhause kühlt spürbar aus. Gerade im Winter kann es deshalb sinnvoll sein, sich zumindest grundlegend auf solche Situationen vorzubereiten.
Um einschätzen zu können, welche Notstromlösung im Ernstfall geeignet wäre, hilft ein Blick auf die typische Leistungsaufnahme: Viele Ölheizungen liegen im Bereich von rund 400 bis 900 W, kurzfristig auch höher. Diese Größenordnung bildet eine gute Basis, um über passende Überbrückungsmöglichkeiten nachzudenken – egal ob kompakte Akkusysteme, kleine Generatoren oder andere Optionen.
Genauso wichtig ist jedoch die einfache Vorsorge im Alltag: warme Kleidung und Decken bereithalten, Lichtquellen und geladene Powerbanks griffbereit haben und sich überlegen, welche Räume man im Notfall zuerst nutzt. Viele dieser Maßnahmen kosten kaum etwas, erhöhen aber den Komfort und vermeiden Stress, wenn der Strom doch einmal länger ausfällt.
Stand: 06.02.2026